7 Gründe, warum gutes Webdesign so wichtig ist

Von Vladislav Melnik 15

Für den ersten Eindruck, gibt es keine zweite Chance. Wer kennt diesen Spruch nicht? Und doch steckt in ihm einfach so viel Wahrheit. Egal ob in der Online- oder Offline-Welt, gutes Aussehen ist extrem wichtig. Aber versteh mich bitte nicht Falsch, gutes Aussehen ist nicht alles, bei weitem nicht.

Steve Jobs und Apple (und sicherlich viele Andere auch) haben es perfekt vorgemacht und eine ganze Generation verändert und geprägt. Er hat Menschen dazu „trainiert“, dass es nicht nur ums reine Aussehen geht, sondern dass Design auch „Sinn“ machen muss.

Genau aus diesem Grund, ist gutes Design nicht mehr optional, es ist überlebenswichtig, um erfolgreich zu sein.

Menschen untereinander bilden sich innerhalb von wenigen Sekunden, meistens unbewusst, einen ersten Eindruck. Genau so ist es auch bei Mensch und Maschine. 50 Millisekunden dauert es nur, bis sich der Besucher ein Urteil gebildet hat, so eine etwas ältere Studie von Gitte Lindgaard von der Carleton University in Ottawa.

Vielleicht sagst du jetzt trotzdem: „Ach, das ist doch alles nur Geschmackssache!“ Nun, ich bin da anderer Meinung. Gutes Webdesign ist mehr als nur Geschmackssache.

1. Gutes Webdesign lügt nicht

Wer kennt das nicht? Du surfst durchs Web und suchst etwas ganz bestimmtes. Du bist bereit, für das Gesuchte Geld auszugeben. Dann findest du genau ein Produkt, welches alle deine Sorgen löst. Aber sofort merkst du, dass die Webseite irgendwie nicht sehr seriös wirkt. Die Übersicht fehlt, Inhalte sind durcheinander, es ist keine klare Struktur vorhanden und es fliegen bunte Hunde durch die Gegend :). Irgendwie, weckt sie einfach nicht dein Vertrauen und du überlegst dir, ob du dort dein Geld lassen sollst.

Ich denke, das ist eines der wichtigsten Punkte. Gutes Design ist unaufdringlich und baut vielmehr Seriosität und Vertrauen auf. Gute Webseiten müssen wie gute Mütter sein, sie müssen dir das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben. Denn nur dann bist du auch bereit, dein hart verdientes Geld dazulassen.

2. Gutes Webdesign lädt ein

Ein schön, gemütlich, warm und einladend wirkendes Restaurant wird mehr besucht und sorgt für mehr Wohlbefinden als eine kalte, schmuddelige Gaststätte mitten auf der Autobahn. Und genau wie in der echten Welt, so ist es auch in der virtuellen Welt.

Christian Schulze bloggt auf daswebdesignblog und nennt es auch Liebe auf den Ersten Blick:

Der erste Anblick einer tollen Webseite kann sich schon mal wie die vielzitierte Liebe auf den ersten Blick anfühlen. Du siehst sie und denkst sofort: Wow! Was für ein Design.

Egal ob man den Vergleich zum Restaurant oder zur Liebe nimmt, Fakt ist, dass gutes Webdesign zum verweilen auf der Webseite einlädt.

3. Gutes Webdesign macht neugierig

Ähnlich wie die oben beschriebene einladende Fähigkeit ist auch die Ausnutzung der Macht der Neugierde nicht zu unterschätzen. Generell in der heutigen Zeit, wo man mit Werbung und Werbebotschaften zugeschüttet wird, muss man versuchen die Neugier des Besuchers zu wecken.

Ein moderne und gut gestaltete Webseite weckt mein Interesse und macht Neugierig auf mehr. Mir ist es schon oft passiert, dass ich auf eine Webseite gestoßen bin und nur gedacht habe: „Wow, schickes Design. Was machen die eigentlich? Ah, das machen die! Bookmark!“

4. Gutes Webdesign ist Marketing

Apropos Bookmarking. Wie oben angedeutet, sorgt gutes Webdesign natürlich für viele Besucher und ist es auch immer Online Marketing. Ich für meinen Teil bookmarke immer schöne Seiten, du auch?

Der Social Bookmarking Teil ist jedoch nur ein kleines Stück vom Kuchen. Sehr gut designte Webseiten erhalten enorm viel Traffic (Besucher). Egal ob Mund-zu-Mund- oder Virales-Marketing über Soziale Netzwerke, schicke Webseiten werden öfter weitergesagt, geteilt und geshared.

Ich denke auch, dass ein nicht ganz unbeachtlicher Teil an Backlinks zustandekommen kann, wenn man gutes Webdesign betreibt. Allein wenn deine Webseite verdammt „heiß“ aussieht, werden andere Blogs und Webseiten diese verlinken (siehe 14 Beispiele für gutes Webdesign).

Außerdem führt gutes Design zu einer höheren Conversion-Rate, also die Konvertierung von Besucher. Egal ob bei Werbung, Eintragungen in den Newsletter, mehr Likes bei Facebook oder mehr Follower bei Twitter, gutes Design kann die Besucher zur gewünschten Handlung führen.

Ich behaupte, dass gut designte Produkte generell mehr Buzz bzw. Aufmerksamkeit erhalten und wie ich es bereits in der Einleitung geschildert habe, von lebenswichtiger Bedeutung sind.

Heutzutage hat man sehr wenig Zeit, den Besucher „einzufangen“ und zum Kunden zu machen. Gutes Webdesign unterstützt dabei.

5. Gutes Webdesign strahlt aus

Wie bereits am Anfang beschrieben, baut gutes Design nicht nur Seriosität und Vertrauen auf, sondern strahlt Qualität, Liebe zum Detail, Moderne, Kompetenz, technischen Fortschritt und sicherlich noch viel mehr aus. Diese und weitere Faktoren bilden dann im Endeffekt die eigentliche Marke, das Branding.

Außerdem kann gutes Webdesign auch ein schöner weiterer Wettbewerbsvorteil sein. Um sich von der Konkurrenz oder den Mitbewerbern (etwas positiver formuliert :)) abzuheben. Erfahrene Interner User haben ein Auge fürs Webdesign und können daran die Qualität des Produkts bzw. der ganzen Unternehmung schätzen. So können sich vor allem frische Unternehmen abheben und schon gleich zu Anfang eine Illusion von Größe versprühen.

6. Gutes Webdesign macht eine Webseite erst brauchbar

Oh ja, ein ganz wichtiger Punkt. Gutes Design ist einfach. Doch was heißt das genau?

Gutes Webdesign lenkt den Blick aufs Wesentliche, ist verständlich und klar. Heutzutage ist alles schnelllebig und jeder hat keine Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass innerhalb kürzester Zeit einem klar sein muss, worüber die Webseite handelt und was für Vorteile es mir bringt (wenn ich z.B. das Produkt kaufe).

Außerdem ist Übersichtlichkeit, eine einfache Navigation und Seitenstruktur extrem wichtig, damit man sich schnell zurechtfindet und durch die Webseite (zum Kauf) geleitet wird.

Ein oft unterschätzter Punkt sind die Ladezeiten. Diese sollten unter 3 Sekunden sein, da sonst die User abbrechen und sich lieber Katzenbilder anschauen :). Das ergab eine Untersuchung der Firma strangeloop. Natürlich wurde der Punkt mit den Katzenbildern außer Acht gelassen. Haha, wäre cool wenn nicht.

Technisch gesehen hat eine Webseite nur ein Ziel, Texte darzustellen. Eine gute Lesbarkeit und Interesse weckende Texte (engl. Copy) haben daher eine große Bedeutung. Eine Untersuchung von Jakob Nielsen ergab, dass Text nicht sofort gelesen, sondern nur überflogen (engl. Skimming) werden. Wenn die Überschrift und die Unterüberschriften das Interesse wecken, dann (erst dann!) wird der komplette Text gelesen.

Ich denke auch, dass man bei einer Webseite nicht die Marke, sondern den Besucher in den Vordergrund stellen soll. Ähnlich wie Henry Ford einmal sagte:

Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt – er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.

So ist es auch mit der Marke. Nicht direkt die Marke bringt das Geld – es sind die Besucher, die das Geld bringen.

7. Gutes Webdesign weckt Gefühle

Und zu guter Letzt kann gutes Design sogar Gefühle wecken. Vor allem wenn man mit viel Farben und vielen Bildern arbeitet, dann kann Webdesign Gefühle bei dem Menschen erwecken bzw. auslösen, davon bin ich überzeugt.

Verschiedene Farben lösen bei verschiedenen Kulturgruppen verschiedene Gefühle aus. KISSmetrics hat sich die Mühe gemacht und eine nette Infografik zum Thema: Wie sich Farben auf Einkäufe auswirken erstellt.

14 Beispiele für gutes Webdesign

Jetzt haben wir so viel gesprochen, aber noch nichts gesehen. Was ist denn jetzt eigentlich gutes Webdesign? Folgend habe ich ein paar meiner Lieblinge zusammengetragen:

Buffer

buffer

Desk

desk

Dropbox

dropbox

Hellobar

hellobar

Keamobile

keamobile

Mediatemple

mediatemple

Mint

mint

Momentum

momentum

Pocket

pocket

Silverback

silverback

Square

square

Squarespace

squarespace

The Lean Startup

theleanstartup

Wunderkit

wunderkit

Gutes Webdesign ist nicht mal teuer

Genau, gutes Design muss nicht mal teuer sein. Gerade am Anfang eines Projekts ist man meistens knapp bei Kasse und möchte bzw. muss kostengünstig arbeiten. Deshalb sind WordPress Themes die beste Lösung. Die meisten Themes sind hochwertig, leicht anpassbar und für die Qualität der gelieferten Ware einfach verdammt günstig.

Fazit

Ich sehe immer wieder gute Projekte, vor allem im deutschsprachigen Raum, die designtechnisch viel mehr rausholen könnten und, aus meiner Sicht, viel Vertrauen, Traffic und letzten endlich bares Geld verschenken.

Also, entscheide dich definitiv für ein gutes Webdesign und überlasse den ersten Eindruck nicht dem Zufall!

Wenn du jetzt der Meinung bist, dass du ein gutes Design benötigst, dann schaue dir unbedingt WordPress Themes – 17 sprudelnde und erfrischende Quellen an.

Stimmst du mit den 7 Gründen überein? Hab ich einen wichtigen Punkt vergessen? Was ist gutes Webdesign für dich?

Chimpify Keynote

13. Dezember 2016    10:00 Uhr
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15 Kommentare

  • Hallo Vladi

    Ich stimme zu: eine schlecht gestaltete Seite kann einem einiges verderben. Inwiefern nun eine gut gestaltete Seite beim Konvertieren hilft, ist die andere Frage. Ich bin (soweit ganz erfolgreich) im Affiliate Business tätig und versuche natürlich, einen gewissen Fokus auf das Design zu legen. Davon abgesehen, dass aber weder mein Geschäftspartner noch ich die Experten für's Grafische sind, sind unsere Affiliate-Projekte optisch auch eher einfach gestaltet. Wir versuchen, soweit uns die Affiliateprodukt-Besitzer es erlauben, grafische Elemente von denen zu verwenden, ohne dabei aber wie eine Kopie der originalen Seite auszusehen. Ich denke, das macht auch Sinn, denn es muss klar werden, dass es sich auf unseren Affiliate Seiten nur um Infoseiten zum jeweiligen Produkt handelt. Ausserdem ist es gut, wenn eine gewisse optische Konsistenz zwischen der Affiliate Seite und der originalen Verkaufsseite besteht. Wir konzentrieren uns also in der Hauptsache darauf, ein ordentliches Menü zu haben, um alle relevanten Infos zu finden, inkl. FAQ-Bereich. Und dann wollen wir den Besucher natürlich auch dazu bringen, per Klick auf den Banner auf die eigentliche Produktseite zu kommen - und dort zu kaufen :)

    Schöne Grüße aus meiner Wahlheimat Griechenland
    David
  • Wirklich sehr guter und ziemlich ausführlicher Beitrag. Sehr informativ!
  • Geschätzte Leser

    Ich bin selber ein sogenanter Amateur oder wie ich selber sage, ein Website-Bastler. Würde mich niemals mit Agenturen oder anderen Webdesigner vergleichen. Bisher habe ich drei Homepage’s machen dürfen. Dies geschah durch Mund zu Mund Propaganda. Man kennt sich, also alle drei sind Bekannte von mir. Ich habe dafür kein Geld verlangt, habe aber als Anerkennung was bekommen. Ich habe sie auch aufgeklärt, dass ich dies nur Hobbymässig mache. Habe bei allen vorgängig eine Seite gestaltet, sie konnten dann entscheiden, ob sie es definitive von mit machen lassen wollten.

    Also, aus meiner Sicht kommt es auf den Kunden an. Was ist er? Ein Verein, eine angesehene Firma, der Tante Emma Laden von neben an oder eine Anwaltskanzlei? Wieviel Budget hat der Kunde? Wie wichtig ist ihm der Internetsuftritt?
    Eine gute Firma sucht sich sicher was professionelles und ist auch bereit dafür zu zahlen. Ein kleiner Verein ist mit was kleinerem schon sehr zufrieden. Da macht vielfach ein Vereinsmitglied die Seite, oder ein Bekannter. Ich selber habe auch schon Anfragen abgelehnt. Da ich wie gesagt dies nur aus Freude mache und mir die Kenntnis eines Profis fehlt, und natürlich die Zeit.
    Ich denke Freelancer wie ich sind keine Konkurrenz für gute Webdesigner. Wie schon erwähnt, eine anständige Firma zahlt den nötigen Preis. Ich denke eher, dass es allgemein viele Anbieter hat.
    Übrigens ist es auch für mich unschön, wenn es Möchtegern-Designer gibt die den Kunden das blaue vom Himmel versprechen, obwohl sie selber nichts drauf haben. So werden alle Hobbydesigner in den Dreck gezogen. Ich kläre immer auf was ich kann, und empfehle meistens zu einem Profi zu gehen.
    Hier mal meine Seite: www.bob-design.ch da seht ihr dass ich ein Bastler bin. Ich habe einfach zu viele Interessen, um mich zu spezialisieren.
    Gruß Bob
  • Hey Robert,

    danke für dein ausführliches Kommentar! :)

    Ich verstehe ganz genau was du meinst und denke auch, dass es auf den Kunden an kommt. Zum Beispiel für einen Verein reicht meistens ein "einfaches" Webdesign aus.

    Die Webdesign-Branche ist gut durchmischt, da hast du recht. Es gibt eben solche und solche Menschen.
  • Wer kennt sie nicht die Website von 1999? :-) Schlimm :-)
    Die Frage ist. Was ist denn "gut"? Liegt das im Auge des Betrachters?
    Ich denke man kann "gut" hier auch getrost mit "aktuell" ersetzen. Denn gefallen tut meist genau das, was ja auch aktuell ist.
    Deine aufgeführten Beispiele haben ja alle grundsätzlich den selben Aufbau, haben jedoch alle die typischen "aktuellen" (und damit modernen?) Web 2.0 Elemente: Große Bilder, ästhetische Grafiken, Verläufe. knallige Farben, große Schriften, usw.

    Klar. Gutes Webdesign ist wichtig. Seh ich genauso :-) Wie der erste Kommentar schon geschrieben hat: "Das Auge isst mit!" :-)
  • Hi Flo,

    freu mich, dass ich dich hier treffe :)

    Oh ja, vielleicht wäre eine Zusammenstellung von bekannten 1999-Webseiten einen Blogpost wert?

    Da gebe ich dir recht, gefallen tut meist genau das, was ja auch aktuell ist. Das liegt auch sicherlich daran, dass meisten das Aktuelle das Beste ist, oder?
  • Hi Vladi, ich kann garnicht aufzählen, wieviele Tests ich mit meinen blogs gemacht habe. und ich muss sagen, ich bin mir immernoch nicht sicher, ob meine Auswahl die richtige ist. irgendwann habe ich einfach aufgehört ständig neue Themen zu testen, weil ich von den vielen Möglichkeiten einfach erschlagen wurde. vielleicht werde ich mir jetzt doch noch einmal die mühe machen. denn dein Design macht genau das , was es soll. Gratulation. lg Frank
  • Hallo Frank,

    danke für das Kommentar!

    Hast du verschiedene Themes getestet? Ich würde einfach ein Theme wählen, was mir gefällt und gut zur Zielgruppe passt.
    Ständig Themes zu wechseln ist ja auch gefährlich, so geht das Branding ja verloren.

    Dein aktuelles Design ist doch ansprechend und passt gut zur Zielgruppe - ich würds so lassen!
  • Das Auge isst einfach mit! Das gilt meiner Meinung nach nicht nur für leckere Gerichte ;-) Ich finde es schade, dass viele Webauftritte amateurhaft wirken, wobei doch wie im Blog beschrieben einfachste Mittel schnell einsetzbar sind. Erschreckend teilweise bei Webauftritten von gestandenen Unternehmen. Dennoch positiv ist: Eine totgesagte Branche (Webdesign) wird wieder Leben eingehaucht....
  • Hi Serhat,

    haha, da hast du vollkommen recht! Jep, ein paar no go Webseiten von gestandenen Unternehmen sind mir auch schon über den Weg gelaufen.

Was denkst du?