Warum du einen perfekten Kunden brauchst und wie du ihn findest

Von Walter Epp 43

Bestimmt kennst du das gute alte Kinderspielzeug, bei dem man eckige und runde Bausteine durch die richtigen Löcher schieben muss.

Für uns Erwachsene mittlerweile selbstverständlich, für Kinder eine wahre Herausforderung.

Genauso stehen viele Coaches, Berater und Trainer am Anfang mit ihrem Blog, wie ein Kind vor diesem Spielzeug. Sie versuchen das Viereck durch den Kreis zu stopfen und wenn es nicht klappt, dann versuchen sie es halt mit Gewalt.

Viele erstellen Inhalte für ihren Blog, die einfach nicht passen. Die Inhalte sind nicht schlecht – sie treffen beim Leser bloß nicht auf fruchtbaren Boden. Es ist, als ob eine Mutter die ganze Zeit nur Spinat serviert, obwohl die Kinder Pommes wollen – Spinat ist zwar gesund, ist aber nicht das, was die Kinder wollen.

Genauso kann es sein, dass du zwar gute Inhalte erstellst, sie aber einfach die falschen Augen treffen – und deshalb konsumiert am Ende keiner deinen Blog.

Damit dir solche Fehlschläge erspart bleiben, gibt es einen sehr effektiven wie einfachen Trick:

Der perfekte Kunde.

Du musst dir einen perfekten Kunden erschaffen. Dann wirst du nie wieder den Fehler machen, Spinat in einer Frittenbude zu servieren.

Du fragst dich jetzt bestimmt, welche Vorteile solch ein perfekter Kunde für dich hat.

Hier sind die drei Wichtigsten:

1. Dein Content flutscht

Wenn du genau weißt, für wen du schreibst, dann wirst du dich wundern, wie leicht es ist, neuen Content zu erstellen.

Zahlreiche Blogger leiden unter Schreibblockaden oder glauben, dass sie ihr Thema schon vollständig abgegrast haben. Sie sitzen dann vor einem leeren Blatt und irgendwie wollen die Ideen nicht kommen.

Doch wenn du deinen perfekten Kunden hast, dann kannst du ihn dir über den Schreibtisch hängen und kannst einen Dialog mit deinem perfekten Kunden führen – und diesen Dialog einfach aufschreiben. Du schreibst dann nicht mehr für ein leeres Blatt, sondern du schreibst für einen Menschen.

Stell dir vor, dass du mit deinem perfekten Kunden an einem Tisch im Café um die Ecke sitzt und du ihm bei seinem Problem hilfst. Das ist das beste Mittel gegen Schreibblockaden schlechthin.

Wenn du dich mit deinem Kunden zusammensetzt, dann fallen dir auch sofort viele Artikelideen ein, weil jedes Problem deines Kunden mindestens eine Artikelidee für deinen Blog ist.

2. Dein Content passt

Wenn du weißt, für wen du schreibst, dann passen deine Inhalte wie das Wattestäbchen ins Ohr.

Der Content sitzt und das wirst du vor allem an einer Sache merken: an den Kommentaren.

Wenn du so richtig ins Schwarze getroffen hast, dann wird die Zahl deiner Kommentare steigen, die ungefähr so klingen: „Endlich spricht das mal einer aus.“ „Du triffst den Nagel auf den Kopf.“ „Du sagst, was ich schon immer dachte, aber nicht in Worte fassen konnte.“

Deine Leser werden begeistert sein, weil du zu ihrem Herzen gesprochen und nicht nur einen Text geschrieben hast. Du hast ein Problem gelöst, das deine Leser wirklich beschäftigt und nicht nur ein Scheinproblem aus der Welt geschafft.

Wenn du die Probleme deiner Leser aber nicht kennst, dann kannst du sie auch nicht lösen.

Noch ein Vorteil: Auch die Shares deiner Artikel werden steigen.

Ich teile grundsätzlich keinen Cat-Content – nicht, weil er schlecht ist, sondern weil er mich einfach nicht anspricht. Dafür teile ich emotionale Geschichten, geniale Texte und super hilfreiche Blogartikel. Cat-Content bekommt von mir keinen einzigen Share, weil ich einfach nicht die Zielgruppe bin.

Wenn aber der richtige Content auf die richtige Zielgruppe trifft, dann ist das wie eine chemische Reaktion und die Shares explodieren. Das nennt man dann viralen Content.

3. Deine Produkte verkaufen sich

Wir sagen es immer wieder: Um mit einem Blog vernünftig Geld zu verdienen, musst du ein Produkt verkaufen.

Viele Blogger folgen diesem Rat und erstellen Produkte. Sie stecken Tage, Wochen und sogar Monate in die Entwicklung eines digitalen Produkts, veröffentlichen es dann und …

Und nichts.

Niemand kauft das Produkt und die Umsätze bleiben im Keller. Warum? Es kann sein, dass das Produkt schlecht ist. Was aber viel wahrscheinlicher ist: Deine Leser brauchen dieses Produkt nicht. So einfach. So schade.

Ein Ferrari ist ein erstklassiges Auto, aber wenn du ihn einem Grundschüler verkaufen möchtest, dann werden deine Umsätze bei Null liegen.

Deine Zielgruppe zu kennen ist also viel mehr als einfach nur Psychologie und irgendwelche Marktforschung  – am Ende entscheidet es darüber, ob du deine Rechnungen bezahlen kannst. Du musst deine Zielgruppe also besser als dich selbst kennen.

Wenn du wissen willst, wofür deine Zielgruppe bereit ist, Geld auszugeben, dann kannst du mit dieser Frage anfangen:

Welches Problem hält meinen Kunden nachts wach?

Wenn du eine Antwort auf diese Frage hast, dann kann ich dir garantieren, dass du problemlos Geld für diese Antwort verlangen kannst.

Wie du dir deinen perfekten Kunden erstellst

Um jetzt einen perfekten Kunden zu erstellen, solltest du dir ein Blatt Papier nehmen und einen Steckbrief schreiben, der folgende Punkte enthält:

1. Aktuelle Position

Wo befindet sich dein Kunde zurzeit?

Ist er Student, Manager, Freelancer, Kreativer, Büroangestellter, Vater …

2. Wünsche

Was wünscht sich mein Kunde? Wovon träumt er?

Mehr Geld, mehr Zeit, mehr Freiheit, ein eigenes Business, einen festen Job, einen festen Partner …

3. Probleme

Welche Probleme hat mein Kunde? Was nervt ihn?

Er hat keine Zeit, er weiß nicht, welche Tools er nutzen soll, er weiß nicht, wo er anfangen soll, er hat Angst, er zweifelt an sich selbst …

4. Nische

In welcher Nische bewegt sich dein Kunde?

Marketing, Geld verdienen im Internet, Unternehmertum, Familienglück …

Kleiner Tipp: Du kannst deinem perfekten Kunden auch einen Namen geben, damit das ganze realistischer wirkt.

Bei mir sieht das dann ungefähr so aus

Mein perfekter Kunde heißt Thomas und er ist 25+.

1. Aktuelle Position

Er hat einen Hochschulabschluss und hat einen Job, der ihm genügend Zeit und Kraft lässt, um sich nebenbei noch etwas kreativ zu betätigen. Er ist kein super kreativer Mensch, aber er schreibt gerne und verwirklicht sich gerne dadurch.

2. Wünsche

Er möchte (zumindest) neben dem Beruf einen erfolgreichen Blog betreiben. Er möchte damit nicht nur Geld verdienen, sondern sich auch aus Autor und Schriftsteller verwirklichen. Er träumt auch davon, mal ein eigenes Buch zu schreiben.

3. Probleme

Er hat keine Ahnung, wie man schreibt, um gelesen zu werden. Er weiß nicht, wie man spannende Texte gestaltet und er kennt nur das Uni-Deutsch.

Außerdem hat er keine Ahnung von Blog-Promotion und Online Marketing. Das Publizieren von Büchern schreckt ihn auch irgendwie ab.

4. Nische

Hobby-Autoren, Hobby-Schriftsteller, Marketer und Profischriftsteller, die einen Blog aufbauen wollen.

Das reicht in der Regel schon für einen Steckbrief.

Fazit

Erstelle für dich einen perfekten Kunden und du wirst viele Sorgen los.

Du weißt dann, was für Inhalte du erstellen musst. Du weißt dann, welche Probleme du lösen musst und du weißt dann auch, welche Inhalte für Kommentare und Shares sorgen.

Erschaffe den Kunden nicht nur, sondern schreibe für ihn. Rede mit ihm wie mit einem guten Bekannten.

Der größte Vorteil ist jedoch: Wenn du weißt, wo der Schuh drückt, dann weißt du auch, wofür der Kunde Geld bezahlen möchte.

Erstelle dir deshalb heute noch einen perfekten Kunden und schreibe in Zukunft für ihn. Je besser du dich in ihn hineinversetzen kannst, desto besser wird der Artikel beim Publikum ankommen.

Jetzt bist du an der Reihe:

Hast du einen perfekten Kunden? Wenn ja, dann poste ihn doch unten als Kommentar. Wenn nicht: Wo steckst du fest?

Chimpify Keynote

13. Dezember 2016    10:00 Uhr
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43 Kommentare

  • Walter,
    super Artikel, danke.
    Passte inhaltlich ja super zu der vorletzten Podcast Folge, aber es hier zu lesen hat meinem Kopf nochmal die nötige Wichtigkeit für das Thema gegeben. Der Irrglaube, dass man eine breite Gruppe ansprechen muss, damit man erfolgreich sein kann, ist noch weit verbreitet - genau wie die Angst durch einen Ideal Custumer Avatar und entsprechende Ausrichtung potenzielle Kunden zu verlieren. Ich versuche das selbst noch stetig zu verinnerlichen. :) Hier im Affenblog kann man ja auch eine sehen, wie ihr in die Richtung/Nische Trainer/Berater/Coaches geht, was ein tolles Beispiel dafür ist, dass Ihr lebt was Ihr schreibt!
    Grüsse aus Stuttgart
  • Danke, ein sehr guter Post! Es ist immer wieder erstaunlich zu beobachten, wie unspezifisch viele in Bezug darauf sind, wer eigentlich ihre Kunden sind. In der heutigen Zeit ist es kaum mehr möglich einen Service oder ein Produkt für eine breites Publikum anzubieten. Der Erfolg besteht im Internet ja gerade darin, dass man sich an eine spezifische Gruppe kümmert.
  • Hallo Walter,
    ich bin noch dabei, meine nebenberuflichen Aktivitäten ins Web zu transportieren und nehme alle Anregungen gierig auf.
    Viele Grüße
    Rolf
  • Hi Rolf,
    Wünsche dir viel Erfolg dabei. Wenn du Hilfe brauchst, dann weißt du ja, an wen du dich wenden musst ;)
    LG, Walter
  • Danke, Walter, wieder etwas für die Pinnwand!
    Gruß
    kim
  • Gern geschehen. Was hängt denn noch so an deiner Pinnwand? :D
    LG, Walter
  • Lieber Walter,

    wie so oft schaffst du das wirklich Schwere: Ein bekanntes Thema von einer anderen Sichtweise zu betrachten, mal einen anderen und neuen Tipp geben und das Ganze mit viel Tiefe. Danke.

    Liebe Grüße


    Claudia
  • Hi Claudia,
    Danke dir für dein Lob. Habe lange nicht mehr so ein schönes Kompliment gehört.
    Danke :)
    LG, Walter
  • Hallo Walter!

    Du sprichst mir aus der Seele. Seit ich für meinen perfekten Kunden schreibe, habe ich mehr Kommenatre, Shares und Besucher.

    MFG Philipp
  • Hi Phillipp,
    Gratuliere dir. Wünsche dir weiter viel Spaß mit deinem Kunden :)
    LG, Walter
  • Hallo Walter,
    nach den 3 oder 4 guten Artikeln die ich schon von Dir gelesen habe, war das -für mich- der allerbeste. Mein Idealer Kunde heißt David. Nur, im Augenblick bin ich für ihn noch nicht gut genug, daran arbeite ich.
    Viele liebe Grüße und vielen , vieklen Dank für Deine Mühe und Dein Engagement, Guntram
  • Hi Guntram,
    Du solltest nicht in die Perfektionsfalle tappen: Auch unperfekte Menschen können anderen etwas beibringen, ein Problem lösen oder ihnen helfen.

    Ich habe schreiben hauptsächlich dadurch gelernt, in dem ich es anderen beigebracht habe :)

    LG, Walter
  • OK, ich gehöre nicht zu Deinen Wunschkunden. Warum lese ich dennoch Deinen Artikel?
    Er ist gut geschrieben, Aber dieses Thema liest man (lese ich) überall. Und Deine "Anleitung" ist ebenso gut wie die anderer.
    Vermutlich hast Du dennoch jede Menge Leser/Folger.
    Also, was macht den Unterschied?
    (Ist keine hämische Kritik)
  • Hi Brigitte,
    Vielleicht bist du nicht meine perfekte Kundin, aber es gibt ja neben dem Kern noch einen großen "Rand".

    Diese Leser, die mein Thema tangieren, die möchte ich natürlich auch erreichen und meine Produkte sind auch für sie geeignet. Aber es passt halt nur zu 60-80 Prozent. Vielleicht sogar weniger. Aber es gibt Schnittmengen und das ist das Entscheidende.

    Warum ich mehr Leser habe als manch anderer? Das ist eine lange Geschichte :) Hauptsächlich zwei Dinge: Content + Marketing. Während beide gleich wichtig sind!

    LG, Walter
  • Mein perfekter Kunde:
    Daniel, 20+, statt über seine Umgebung zu jammern, will er sie verändern. Aber sein Problem ist: Wie? Er ist Christ, aber weiß nicht, wie er den christlichen Glauben wieder an den "Mann und an die Frau" bringen kann. Er träumt davon, das sein Glaube an Gott Berge versetzt. Er ist Amateure-pastorale-Führungskraft.

    Lieber Walter, vielen Dank für deinen Blog - Hammer! (Obwohl ich nicht direkt deine Zielgruppe bin :))
  • Hi Inga,
    Wow, das nenne ich mal eine "seltene" Zielgruppe :) Als junger Christ wäre ich wohl dein perfekter Kunde :)
    Ich wünsche dir bei deiner Arbeit viel Erfolg und Gottes Segen,
    LG, Walter
  • Den perfekten Kunden gibt es, aber man trifft selten auf ihn. Dennoch sollte man sich eine Vorstellung verschaffen von seinen eigenen möglichen Kunden. Das ist wirklich eine sinnvolle Sache.
  • Hi Renate,
    Es geht ja darum, sich den "potenziellen" perfekten Kunden auszusuchen. Dass wir ihn fast nicht treffen, liegt ja auf der Hand.
    Aber auch unperfekte Kunden kaufen dein Produkt und bewerten es dann mit 4/5. Das ist ja auch voll OK.

    LG, Walter
  • Danke Walter,

    das bestärkt mich grade, mich an ein neues Projekt zu setzen, das mir vorschwebt. Es könnte tatsächlich genau ein Problem lösen, das mein Lieblingsleser haben kann. Auch wenn es mir immer wieder schwer fällt, da ganz konkrete Vorstellungen zu haben.

    Ich denke aber mittlerweile einfach an eine Mischung aus mir (die "Art"), einer realen Person (Aussehen) und den Problemen, die ich gerne lösen möchte..

    Ist das ein guter Ansatz?

    Liebe Grüße,
    Ronja
  • Hi ronja,
    Wenn ich mir deinen Blog angucke, dann könnte ein Buch ein gutes Einstiegsprodukt sein.
    So etwas zum Beispiel:
    http://www.marcandangel.com/the-book/

    Du könntest aber auch eine bezahlte Community gründen, wo du Menschen hilfst, ihre ZIele zu erreichen ;)

    Meist ist das beste Produkt, wenn du Menschen hilfst, den Weg zu gehen, den du gegangen bist. Das ist authentisch und die Wahrscheinlichkeit ist hohc, dass sie das gleiche Problem haben ;)

    LG, Walter
  • Sehr gut gelungen, der Artikel! Danke Walter!
  • gern geschehen.
    Danke dir :)
  • Ich würde noch einige Punkte zum perfekten Kunden ergänzen wollen.
    Es geht darum,
    a) das Angebot perfekt auf den Idealkunden auszurichten und
    b) den Idealkunden perfekt zu erreichen.

    „Erreichen“ meint dreierlei:
    - Der Interessent soll mich finden.
    - Er soll interessant und nützlich/ unterhaltsam finden, was ich zu sagen habe, ich will ihn berühren.
    - Schließlich soll er mein Angebot annehmen.
    Um gefunden zu werden, muss ich wissen, wo sich meine Interessenten aufhalten.
    - Generell online wie offline, und
    - speziell zu dem Zeitpunkt, an dem sie mein Angebot benötigen.
    Auch wenn wir auf diesen Seiten über das Bloggen sprechen, gehören zur Zielgruppe des Affenblogs auch Selbstständige mit einem regionalen Geschäft, die mit Ihrem Blog direkt nur den Internet affinen Teil ihrer Interessenten ansprechen. Indirekt über Empfehlungen natürlich auch die notorischen Offliner.
    Für diese selbstständigen und Unternehmer ist ein Blog nur ein Teil Ihres Marketingkonzepts.
    Vielleicht geben sie zusätzlich ein Print Kundenmagazin heraus, das natürlich inhaltlich sehr stark an den Blog angelehnt sein dürfte. Vielleicht veranstalten sie auch Events, lancieren Print anzeigen und Radiospots, machen Graswurzelmarketing Aktionen in ihrer Stadt.

    Die Umfrage ergab, dass hier einige Fotografen unterwegs sind.
    Manche Fotografen unternehmen Weltreisen um zu fotografieren und verkaufen ihre Fotos international.
    Andere sind eher Standort gebunden und haben sich beispielsweise auf Hochzeiten oder Produktfotos von Essen spezialisiert.
    Für Hochzeitsfotografen dürfte es schwer sein, die Nische ihrer Kunden Persona zu definieren.
    Hier wäre es besonders wichtig, den Geschmack, zum Beispiel auch den Musikgeschmack ihrer Kunden zu kennen. Ein Heavy Metal Fan wird sich andere Fotos wünschen als ein ein Freund der Wildecker Herzbuben. Sie werden auch unterschiedliche Printmedien lesen und sich im Internet woanders aufhalten.
    Sie werden in unterschiedlichen Locations essen gehen und ihre Hochzeit feiern, in unterschiedlichen Geschäften Brautkleid und Ringe kaufen u.s.w.
    Für die Kooperation mit Marketingpartnern ist das besonders wichtig zu wissen und natürlich auch für den Stil der Ansprache.
    In vielen Hochzeitschecklisten wird empfohlen, sich 6 Monate vor der Hochzeit um Location, Musik und Fotograf zu kümmern.
    Da liegt es nahe, sich als Hochzeitsfotograf um Marketingkooperationen mit passenden Locations, Agenturen und Musikern zu bemühen, zum Einen, weil das zusammen ansteht, zum Anderen, weil alle diese Partner gelegentlich einen Fotografen benötigen.

    Nicht jeder hat ein Produkt, dass so viel persönlichen Stil hat wie ein Foto.
    Trotzdem bringt jeder seine Persönlichkeit in seine Geschäftsbeziehungen ein. Um sich nicht verbiegen zu müssen, ist es wichtig, Kunden zu finden, die in ihrer Persönlichkeit zu mir, meinem Geschäft und meinen Produkten passen.
    Sind meine besten Kunden eher epische Geschichten Erzähler und kreative Träumer mit hohen ethischen Ansprüchen und Liebe zu Philosophie und Natur, oder hemdsärmelige Macher, die sich kurz fassen, Prägnanz lieben, nicht ausloten sondern festklopfen, und schnell klare Ergebnisse sehen wollen?
    Es ist auch ein großer Unterschied, ob ich für Geschäftsleute oder Privat Personen arbeiten will. Bei den Geschäftsleuten ist es wichtig zu wissen, welche Position der Angesprochene im Unternehmen hat. Rede ich gerade mit dem Emfpfehler, Beeinflusser, Entscheider, oder Abzeichner? Das ist ein himmelweiter Unterschied!
    Deshalb ist es auch wichtig, zu wissen, an welchem Punkt der Kundenreise (Customer Journey)
    Meine Veröffentlichung, mein Brief, mein Anruf den Kunden erreicht, damit ich weiß, wer im Betrieb sich damit auseinandersetzt, denn die verschiedenen Positionsinhaber haben ganz unterschiedliche Interessen.
    Für B to B ist es daher oft ratsam, sich verschiedene Versionen des Idealkunden zu bauen.
    Allen gemeinsam ist das zu lösende Problem und die Art von Unternehmen, in denen sie arbeiten.
    Die Unterschiede liegen im Charakter (wenn die Position sinnvoll besetzt ist), in ihrer Aufgabe und in ihrem persönlichen Interesse bezüglich der Anschaffung eines Produktes.

    Mein Idealkunde in extremer Kurzfassung:

    Betrieb und Ressourcen:
    Inhaber geführtes Hotel Restaurant der gehobenen Kategorie mit einer Kapazität von mindestens 60 Sitzplätzen in einem Raum.

    Problem /Wunsch:
    Mein Idealkunde möchte mit hochwertigen Veranstaltungen nicht nur an einem Abend Umsatz machen sondern langfristig seine Sichtbarkeit und Reichweite erhöhen, Content für Marketing und PR generieren, Neukunden gewinnen, und Stammgäste binden.
    Sein Marketingbudget ist vorhanden aber begrenzt und muss strategisch sinnvoll und orchestriert eingesetzt werden.

    Wissensstand:
    Ist sich der Bedeutung von PR und Marketing bewusst.
    Beschäftigt keine eigene Marketing Fachkraft mit Event Schwerpunkt.

    Persönliche Interessen:
    Mag Musik und Shows.

    Aufenthaltsorte:
    Vermutlich eher weniger der Affenblog, ich bin hier, um zu lernen und mich auszutauschen.
    Eher:
    generell: alles, was mit Gastronomie und Marketing zu tun hat. (Also vielleicht doch der Affenblog weil Blogging auch Marketing ist)
    Zum Bedarfszeitpunkt: Künstler- und Eventportale.

    Charakter:
    Macher mit Hang zu Schönheit, Harmonie und Genuss.


    Viele musikalische Grüße aus NRW,
    Lita
  • Hallo Lita,
    ich bin kein Fotograf ;-) aber Dein Kommentar hat mich trotzdem begeistert und inspiriert.
    Ich bin gerade dabei, mein nebenberufliches Geschäft ins Internet zu hieven und hier überall auf der Suche nach Anregungen.
    Viele Grüße
    Rolf
  • HI Lita,
    Dein Kommentar ist ja fast länger als mein Artikel :D

    Danke für die weiteren Hinweise. Und ja: Wenn man weiß, wer der Kunde ist, dann weiß man auch, wo man ihn findet. (Für einige Geschäftsmodelle eignen sich Blogs deshalb eher weniger – es hängt halt vom Kunden ab).

    LG, Walter
  • Hallo Walter,

    ich dachte immer, dass ich mich schon auf meinen perfekten Kunden ausgelegt hatte. Doch eigentlich ist mir dies sogar erst letze Woche gelungen :D

    Es braucht einfach Zeit und man muss sich wirklich intensiv damit auseinander setzen. Doch dann findet man ihn und wie Du schon sagst: Dann flutscht es :D

    Danke für den Beitrag.
    Grüße Verena
  • Ja, es braucht Zeit.
    Ich wusste auch lange nicht, für wen ich eigentlich schreiben will.
    Dankbarerweise hatte ich ein paar Texter, die mir auf die finger gehauen haben und mich gefragt haben: wer ist eigentlich deine Zielgruppe.

    Möge es bei dir flutschen :)
    LG, Walter
  • Huhu Walter, auf diesen Artikel hab ich sehnsüchtig gewartet ;) Denn genau dieses Thema hält mich nachts wach... Doch so wie es aussieht nicht mehr lange ;) So und nun beschäftige ich mich mal mit "Julia" und ihrem Problem...
    Liebe Grüsse aus der Bahn
    Huzur
  • Hi Huzur,
    Grüße aus dem Home-Office :)

    Dieses Problem ist eins der größten vieler Blogger, weil sie erst nach zwei Jahren merken, dass sie keine klare Zielgruppe haben und gar nicht wissen, für wen sie schreiben.
    Hoffe, dass es bei dir besser läuft ;)

    LG, Walter
  • Danke! Das ist wieder mal ein sehr hilfreicher Tipp! Ob ich den perfekten Kunden habe, wird sich herausstellen. Ich muss wohl noch etwas dran feilen.
  • Hi Lothar,
    Perfekte Kunde kann auch der "perfekte Leser" sein.
    Mit anderen Worten: Du brauchst eine klare Zielgruppe.
    Ich hoffe, dass du sie findest ;)
    LG, Walter
  • Hallo Walter,

    super Artikel! Es ist so wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern und auch wirklich für den Avatar zu schreiben. Scheint doch eigentlich ganz einfach zu sein ;)
    Vielen lieben Dank dafür!

    Liebe Grüße
    Anja
  • Eigentlich ist alles einfach. Uneigentlich ist alles immer kompliziert :)

    Viel Erfolg beim Schreiben,
    LG, Walter
  • Hallo, lieber Walter,
    danke, für Deinen erfrischenden Artikel. Wie immer, zur rechten Zeit. Dein Beispiel mit dem Spinat ist köstlich: den koche ich auch, denn er ist ja gesund. Aber meine Tochter mag ihn einfach nicht; jedesmal bin ich dann doch etwas beleidigt. Ja, und so ähnlich fühlt sich das auch bei meinem Wunschkunden an. Für den koche ich wohl auch (noch) Spinat:-). Ok, jetzt zu "ihm":
    1.Susanne ist 43, gehobene Position Angestellte, 2 Kinder, verheiratet- das alles möchte sie ziemlich perfekt auf die Reihe bekommen
    2. Sie träumt von einer glücklichen Familie, sorgenfrei und eine gute Mutter zu sein
    3. Ihr Problem: sie scheitert an der Wirklichkeit und bekommt Angst , ihr Weltbild kommt ins Wanken(Kind hat z.B. ein ernsthaftes Problem- muss ich das genau benennen???) - sie verliert ihre gewohnte Souveränität, was zu ernsthaften Problemen führt
    4. Nische: berufstätige Eltern in Doppelbelastung
    Kennst du Susanne?
    Liebe Grüße, Bea
  • Hi Bea,
    Das ist aber cool, dass du mit uns deinen perfekten Kunden teilst.

    Ich kann mir das auch wirklich bildlich vorstellen und die Zielgruppe ist dadurch gut umrissen.
    Super!

    Viel Erfolg damit.
    LG, Walter
  • Das klingt ja spannend. Ich kann mir Deine Zielgruppe auch bildlich vorstellen, zumal ich ja auch eine kleine Tochter habe.
  • Hallo Walter
    Einen Perfekten Kunden habe ich nicht :-( noch nicht.
    Auf meine Artikel gibt es Reaktionen. Ich glaube jedoch auch, dass sie viele Leser provozieren und diese sich abwenden....

    Die Artikel schreiben noch immer niemanden an. Es ist einfach nur meine Geschichte. Hm...... nicht grad optimal ;-)
    Jedenfalls bedanke ich mich für die Inspiration. Mein perfekter Kunde werde ich dieses WE beschreiben.
    Beste Grüsse
    Guido
  • Hi Guido,
    Nur wütende Kommentare zu bekommen ist natürlich nicht Sinn der Übung ;)

    Viel Erfolg beim Kunden finden. Bein gespannt, was bei dir rauskommt.
    LG, Walter

Was denkst du?