Warum smartes Bloggen überhaupt nichts mit Journalismus zu tun hat

Von Vladislav Melnik 68

Journalisten und ich sind keine guten Freunde.

Wenn du meinen CeBIT-Talk gehört hast oder das tolle Kommentar in der c’t gelesen hast, dann weißt du, was ich meine.

Nicht alle teilen meine Philosophie des Bloggens.

Ich bin halt der Underdog. Der junge Grünschnabel. Der Ketzer. Aber das ist okay.

Jeder Innovator ist am Anfang ein Ketzer. In AirBnB wollte auch niemand investieren. Heute ist es $20 Milliarden wert.

Niemand glaubt am Anfang an dich.

Das sagte damals schon Gandhi. Generell ist das eine Geschichte, die so alt ist wie wir Menschen.

Ich verstehe die andere Seite total. Ich bin der junge Typ, der jetzt daher kommt und sagt:

Hey Blogger, es gibt einen einfacheren und besseren Weg, um einen erfolgreichen Blog aufzubauen und drum herum ein Business zu schaffen.

Damit sage ich leider automatisch auch, dass alle anderen all die Jahre falsch gehandelt haben.

Und niemand liegt gerne falsch.

Vor allem kommt hinzu, dass ich es bewusst „smartes Bloggen“ genannt habe. Heißt das nun automatisch, das alle anderen nicht smart sind?

Natürlich nicht.

Aber lass mich dir mehr erzählen.

Was ist smartes Bloggen genau?

Smartes Bloggen ist ein ganzheitliches Blogging-Konzept, das ich nicht erfunden, aber in die deutschsprachige Blogosphäre getragen habe.

Zu aller erst gibt es die Hobbyblogger, die eher tagebuchartig schreiben. Dann gibt es noch die journalistischen Blogger, die eher Information verbreiten.

Alles schön und gut. Diese braucht die Welt.

Aber es gibt noch einen dritten Stamm: Blogger, die sich durch ihre Gewinnabsicht auszeichnen.

Und das ist genau die Krux! Wenn du eine Gewinnabsicht hast, dann musst du alles komplett anders machen.

Mit der Zeit habe ich sieben Kriterien herauskristallisiert, die einen smarten Blogger ausmachen:

  1. Smarte Blogger lösen ein Problem
  2. Smarte Blogger schreiben für eine Zielgruppe
  3. Smarte Blogger erstellen hochwertige Inhalte
  4. Smarte Blogger veröffentlichen regelmäßig Inhalte
  5. Smarte Blogger kümmern sich um ihren Tribe
  6. Smarte Blogger fokussieren sich auf E-Mail-Marketing
  7. Smarte Blogger benutzen Verkaufstexte

Erfüllst du mit deinem Blog alle Kriterien? Dann zählst du offiziell zu unserem Tribe! 😉

Du kannst dir einen smarten Blog wie ein Fachbuch vorstellen. Bloß viel lockerer und sozialer.

Vielleicht kennst du auch ProBlogger, Copyblogger oder Quick Sprout. Das sind alles smarte Blogs mit Umsätzen im Millionen-Bereich.

Und warum nenne ich es „smart“?

Weil du weniger Aufwand hast: Du brauchst weniger Besucher. Du musst nicht so oft veröffentlichen. Und du kannst dich voll und ganz auf den Menschen konzentrieren.

Es ist also einfacher und lukrativer. Für mich ist das smart.

Die Gewinnabsicht mit einem Blog ist nicht unethisch

Ein Blog ist nicht gleich ein Blog.

Nur weil das gleiche Medium benutzt wird, heißt es nicht automatisch, das alle Elemente auch gleich sind.

Brian Switek vom WIRED Magazine sagt es so schön:

Blogs sind Software, die Textern erlaubt zu kommunizieren – sie kommt nicht mit eingebauten Werten, Erwartungen oder Traditionen.

Ein Blog ist wie ein Hammer. Ein Werkzeug. Es gibt keine eingebauten Regeln. Ich kann mit einem Hammer eine Veranda bauen. Oder jemanden den Kopf einschlagen.

Der Mensch ist immer das Problem. Nicht das Werkzeug.

Nicht alle Blogger sind automatisch Journalisten

Auch wenn dieses und dieses Gericht entschieden haben, dass Blogger offiziell zu Journalisten zählen, trifft das für smarte Blogger nicht zu.

Der große Unterschied liegt einfach darin:

Journalisten sind Idealisten. Smarte Blogger sind Unternehmer.

Smarte Blogger sind eine kleine Gruppe von Bloggern, die sich auf das Lösen von Problemen spezialisiert haben. So wie jedes andere Unternehmen auch.

Emma Snider, die selbst vom heiligen Journalismus zur dunklen Seite des Bloggen gewechselt ist, sagt im Hubspot Blog:

Beim Journalismus geht es um Berichterstattung. Beim Bloggen ums Helfen.

Blogs haben unternehmerisch denkenden Menschen jetzt ein Werkzeug, eine Stimme und Macht gegeben, um ihre Message voranzutreiben.

Smarte Blogger erstellen kostenlose hochwertige Inhalte, die ein Problem ihres Publikums lösen. Ihnen geht es um den Menschen, nicht um Pageviews. Danach bieten sie weiterführende Lösungen an, die kostenpflichtig sind.

Im Prinzip ist das klassisches Content Marketing. Nur wenn man es „Bloggen“ nennt, dann ist das Geschreie groß.

Mit den kostenlosen und kostenpflichtigen Inhalten machen wir die Welt zu einem besseren Ort.

Für mich sind wir die wahren Helden.

Smarte Blogger denken nicht wie Journalisten

Viele Blogger mit Gewinnabsicht bauen sich ein Magazin auf und wundern sich, warum es nicht läuft. Wenn ich so etwas mitbekomme, dann läuten bei mir die Alarmglocken.

In ihrem mittlerweile recht berühmten Post schreibt Jolie O’Dell:

Journalisten geht es um Neutralität, Fakten und die absolute Wahrheit.

Das Ironische an der Geschichte ist, dass ein smarter Blogger genau das Gegenteil macht:

Smarten Bloggern geht es um eine feste Meinung, um Emotionen und darum, für etwas einzustehen.

Aber lass uns da etwas tiefer eintauchen:

Ein smarter Blogger muss nicht alle Seiten der Geschichte kennen und objektiv sind. Er erzählt lieber seine eigene Geschichte.

Ein smarter Blogger kümmert sich nicht um die Verbreitung von Informationen. Er löst lieber dringende Probleme von Menschen.

Ein smarter Blogger versucht nicht, die erste Person zu vermeiden. Er befürwortet die erste Person und persönliche Texte.

Ein smarter Blogger muss nicht seine Quellen belegen. Auch wenn er es lieber sollte. Er kann „professionell“ schreiben, worüber er denkt.

Zusammenfassend sagt es Alex Wilhelm, selbst Journalist bei The Next Web:

Ja, wir brauchen harte Fakten. Und ja, sie wollen wissen, was das heißt. Genau hier kommt Bloggen ins Spiel, wir liefern Perspektive neben den Fakten.

Das Schöne ist auch, dass ein smarter Blogger sich nicht an irgendeinen Kodex halten muss. Nur an rechtliche Rahmenbedingungen.

Am Ende des Tages geht es nicht um Titel, Studium, Berufsausbildung oder Quellen. Es geht um Qualität.

Und das entscheidet weder der Journalist, noch der smarte Blogger. Der Leser entscheidet. Immer.

Smartes Bloggen wird den Journalismus nicht ersetzen

Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich habe nichts gegen Journalisten. Unser Walter Epp ist selber einer.

Ich möchte nur die Blogger mit Gewinnabsicht wach rütteln, ihnen einen alternativen Weg aufzeigen und smartes Bloggen und Journalismus abgrenzen.

Mehr nicht.

Ich verstehe auch, dass Unternehmen jetzt daherkommen, gutes Content Marketing betreiben und in den Bereich des Journalisten eingreifen.

Aber das ist genau der springende Punkt: Jedes Unternehmen ist heute ein Medienunternehmen.

Die Welt braucht Journalisten. Keine Frage. Ich kann mir eine Welt ohne Magazine nicht vorstellen.

Aber eben auch smarte Blogger.

Fazit

Auch wenn viele Journalisten und ich keine guten Freunde sind … und sie sich durch das smarte Bloggen angegriffen fühlen, ist das okay.

Nicht alle Teilen diese Philosophie des Bloggen. Muss ja auch nicht.

Aber wenn du einen Blog mit Gewinnabsicht betreiben möchtest, ohne dich totzuarbeiten, dann ist smartes Bloggen einfach der beste Weg.

Meine Aufgabe und die Mission des affenblogs ist es, dir das Thema näherzubringen, damit du von den unglaublichen Vorteilen profitieren kannst.

Warum? Weil wir daran glauben.

Ich möchte mit dem affenblog die Welt verändern. Und nicht nur Informationen verbreiten. Ich möchte mit kostenlosen aber auch kostenpflichtigen Inhalten Probleme von Menschen lösen.

Deshalb musst du nicht wie ein Journalist denken. Sondern wie ein Unternehmer.

Chimpify Keynote

13. Dezember 2016    10:00 Uhr
Jetzt anmelden

68 Kommentare

  • Super Artikel und woran ich sofort dachte waren/sind diese Mails mit "Kooperationsvorschlägen" in denen Firmen der Meinung sind "das ist ja nur Hobby" und einen dann bitten einen guten Artikel mit X Bildern und Y Links für einen 50€ Gutschein zu schreiben.

    Da möchte ich immer gerne weinen. Hast du gute Tipps was man bei sowas antworten kann, oder lieber gleich in die Rundablage?

    Liebe Grüße,
    Katarina
  • Hallo Vladi, schöner Beitrag, den ich jetzt erst entdeckt habe.

    Leider ist es in unserer Gesellschaft ja so, dass "Gewinne machen" schon als unethisch angesehen wird. Dass Unternehmer dazu sogar gesetzlich verpflichtet sind, wird gern übersehen.

    Hinzu kommt noch eine weit verbreitete Angestellten-Mentalität, in der sich die Menschen keine Gedanken darüber machen, wer wirklich ihr Gehalt zahlt und dass Service und Qualität immer entscheidend für den Unternehmenserfolg sind. Eben auch für den Erfolg eines Blogs.

    Außerdem ist es natürlich nachvollziehbar, dass Journalisten misstrauisch auf Blogger schielen, denn hier dringen Menschen in ihren Bereich ein. Plötzlich ist die Hoheit der Informationsverbreitung aufgebrochen. Statt eine jahrelange Ausbildung (damit meine ich den steinigen Weg des Volontariats und Tingeln durch die Redaktionen genau so, wie ein Journalismus-Studium) zu absolvieren, kann sich plötzlich jeder hinsetzen und einfach los schreiben. Ungeheuerlich!

    Doch genau so, wie Du es beschreibst, können Journalismus und (Unternehmens-)Blogs eigentlich prima nebeneinander existieren. Vielleicht sehen das ja bald auch die Journalisten ein. Dann klappt es auch wieder mit der Freundschaft.

    Beste Grüße
    Birgit
  • Hey Vladislav,

    ich lese deinen Beitrag nach der Veröffentlichung jetzt das zweite Mal und sehe das ein bisschen anders, muss es jetzt auch mal als Kommentar loswerden :)

    Ich bin Journalist. Mit keinStartup.de bin ich seit wenigen Wochen auf professioneller, smarter Blogger, der damit sein Geld verdienen will. Und in der Tat: Ich gehe anders vor, als es die meisten Journalisten tun.

    Allerdings bin ich jemand, der schon seit zwei, drei Jahren die These vertritt, dass Journalisten - insbesondere Freelancer - endlich unternehmerisch denken müssen; Stichwort Entrepreneurial Journalism. Damit wären sie smarte Journalisten - oder eben smarte Blogger!

    Ich verbreite auf keinStartup.de teilweise Informationen, nämlich im Newsletter - und dort gehe ich teilweise auch journalistisch vor, weil ich Meldungen auf den Punkt bringe und Beiträge zusammenfasse.

    Meine Beiträge wiederum sind quasi Servicebeiträge, wie bei dir. Das gibts im Journalismus auch. Meinung gibt es im Journalismus auch.

    Du hast natürlich recht, dass Blogger wesentlich meinungsfreudiger sind. Es im Schreibstil gibt es teilweise auch Unterschiede. Aber so völlig fremd, wie du das darstellst, sind sich Blogger und Journalisten nicht.

    Ich habe gestern - als Journalist bei einem Fachdienst - einen Text zu einer Meldung zusammengefasst, in dem es darum ging, dass Journalisten u.a. mehr meinungsfreudige Artikel schreiben sollen, weil sie damit nicht nur Maschinen - Stichwort Roboterjournalismus - ersetzt werden. Interessant, oder? ;-)

    Unterm Strich: Du hast recht, aber eben nur teilweise. Ich beschäftige mich als Journalist stark mit der Medienbranche, aber eben auch mit der Bloggerszene. Insofern habe ich einen Vergleich.

    Und ich würde behaupten: Blogger können von Journalisten durchaus etwas lernen, Journalisten von Bloggern aber auch. Spannendes Thema, finde ich. Wenn du magst, schreibe ich dazu gerne mal einen Gastbeitrag (wenn dieser Kommentar nicht schon fast einer war ;-)).

    Liebe Grüße und weiter so mit deinem affenblog - gefällt mir gut!
    Julian
  • Hi Julian,

    oh ja, da stimme ich dir zu! Viele Journalisten sollten wirklich unternehmerischer denken!

    Ich verstehe was du meinst. Auf der einen Seite sind sie schon fremd. Auf der anderen Seite machen sie doch das Gleiche! :D

    Gastbeitrag, gerne! Finde das Thema auch immer wieder spannend.
  • Hey Vladi. Was ich spannend finde, ist, dass du anscheinend häufiger Zoff mit Journalisten hast, ich aber noch wie welchen hatte. Das macht mich langsam neidisch ;-) Wie machst du das bloß :D Spaß beiseite: Ich stimme dir zu! Bloggen ersetzt nicht Journalismus, sondern Bloggen befriedigt ganz andere Leserbedürfnisse. Dass die meisten Menschen, die eine Zeitung aufschlagen, kaum noch Interessantes finden, ist ja nicht unsere Schuld ;-) LG Katharina PS: Ich glaube viele Menschen brauchen etwas oder jemanden, wo sie ihren Frust abladen können. Und in diesem Fall bist das du.
  • Hi Katharina,

    haha, ja! ;D

    Genau, es darf nicht in einen Topf geworfen werden. Smartes Bloggen ist etwas ganz anderes.

    Ich komm damit klar! ;)
  • Hey Vladi, Journalisten sind schon wichtig, weil sie nach wie vor Multiplikatoren und teilweise auch immer noch Gatekeeper sind.

    Im Bereich SEO wird das sehr schön deutlich: Wenn du mit deinem Blog bei für dich wichtigen Keywords nicht auffindbar bist (also mindestens auf der ersten Seite), dann stehen die Chancen schlecht, dass Journalisten dich finden.

    Das kann deswegen ein Problem sein, weil es dann nicht dazukommt, dass deine Artikel von Journalisten aufgegriffen und genutzt werden (zum Beispiel im Rahmen einer Berichterstattung oder als Fakten-Ergänzung oder für einen Link).

    Journalisten sind wie alle anderen Menschen auch immer etwas "faul" - das bedeutet, dass sie gern auch hochwertige Infos zurückgreifen, wenn sie sie auf dem Silbertablett gereicht bekommen - weil es die Arbeit erleichtert und den Recherche-Aufwand verringert.

    Gilt nicht nur für Journalisten: Jeder Mensch freut sich, wenn es externe Einflüsse gibt, die die eigene Arbeit erleichtert - wer spart nicht gern Zeit und kommt schneller ans Ziel?

    Es gibt leider ein paar Journalisten, die sind noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen. Wer sich darüber mockiert, dass ein Blog wie deiner darauf ausgelegt ist, Geld zu verdienen, der hat die moderne Welt noch nicht verstanden.

    Mashable oder die Huffington Post waren ursprünglich auch Blogs. Heute sind es erfolgreiche Magazine, die sehr viel Geld verdienen, aber wie gesagt: Angefangen haben sie als Blogs!

    Ich kenne das noch von früher aus der Musikszene: Vor allem bei kleinen und in spezifischen Zielgruppen sehr beliebten Bands war es oft so, dass sich Fans der ersten Stunde abwandten, wenn diese Bands aus den kleinen Clubs auf die großen Bühnen drängten - weil sie natürlich auch Geld verdienen wollten!

    Ähnlich ist das heute bei Blogs - wenn es vom Underground in den Overground geht, dann haben vielen Menschen damit Probleme, weil sie umdenken und sich umorientieren müssen.

    Bei Journalisten ist das teilweise ähnlich: Sie waren es jahrelang gewohnt, das bestimmte Publikationen bestimmte Inhalte verbreiten und kuratieren. Nun aber kommen smarte Blogger und werden selbst zu Produzenten wichtiger Inhalte - das ist natürlich gut, weil so viel mehr hochwertige Informationen in Umlauf kommen.

    Wer aber in alten Strukturen und Denkmustern lebt, hat damit so seine Probleme - und da ist es dann viel einfacher, vor Anfang an zu bashen und zu sagen: "Das ist unethisch oder unmoralisch!"

    Völliger Schwachsinn, aber nun gut - manche Menschen ticken halt so (diese Leute werden aber auch die "digitale redaktionelle Revolution", in der wir alle derzeit stecken, nicht überleben).

    Eine Grundregel des Growth Marketings lautet: "Die Methoden, die am meisten Gegenwehr verursachen und über die sich die meisten Menschen beschweren, sind immer die besten!"

    Und es geht sogar noch weiter: "Wenn du pro Tag nicht mindestens ein Mal was 'auf die Fresse' bekommst, machst du was falsch!"

    Das ist alles sehr drastisch, aber seien wir doch mal ehrlich: Mit lauwarmen Mainstream-Themen, -Strategien und -Taktiken wirst du heute nicht mehr erfolgreich. Provokation und Polarisierung ist wichtig - WENN man selbst damit umgehen kann und auch in der Lage ist, trotz aller Provokation geniale Inhalte abzuliefern.

    Solche Vorgehensweisen sind nicht jedermanns Sache, aber wer darauf bedacht ist, "Everybody's Darling" zu sein, sollte sich darüber im Klaren sein, dass das nicht funktioniert und dass es deswegen viel besser sind, eine eigene, klare Linie zu finden - die dann gern auch ein paar Leute vor den Kopf stößt, denn das ist wirklich authentisch!
  • Lieber Vladi,
    Ich bin ein großer Fan Deiner Arbeit und ich war bei deinem Vortrag am Rock the Blog auf der der Cebit.

    Lass uns mal ganz kurz ehrlich sein:
    Dein Vortrag war ausbaufähig. Die Masse der Leute hat nicht kapiert, wie genial die Idee eines Produktes ist.

    Warum?
    Weil die meisten Menschen noch in "Ich verkaufe Reichweite" denken. Ich war Journalistin und bin genau an dieser Anzeigenhaltung in Redaktionen gescheitert. Gut, ich hab auch immer mit Meinung geschrieben. Egal. Seit 200 Jahren verkaufen die die Reichweite und dann kommst Du und erklärst ihnen "Verkauf doch besser mal Dein eigenes Produkt".

    Die wissen noch nicht, dass Nachrichten kein Produkt sind.

    Viel schlimmer:
    Sie wissen auch nicht, welche Produkte sie sonst hinter einer Paywall anbieten könnten.

    Ich arbeite hier gerade an einem Blogartikel und würde Dich gerne dazu interviewen, wie Du dieses Geschäftsmodell entdeckt hast, weil Du für mich einer der Menschen bist, die am klarsten sagen können, was diese Produkte sind und wie man sie mit spannenden Inhalten verkauft.

    Würdest Du das tun?

    Gib den Journalisten eine Chance. Wenn sie sich bedroht fühlen, beißen sie. ;-)
    Liebe Grüße,
    Sandra
  • Hallo Vladislav -

    Smarte Blogger vs. Journalisten?

    Zugegeben, es gab da mal eine Zeit, da tat ich mir als altgediente freie Journalistin recht schwer, den richtigen Ton zu treffen ;-)

    Aber eigentlich ist der Gegensatz sooo groß dann auch wieder nicht. Denken wir mal 100 Jahre zurück. Damals gab es sie noch - die großen Verlegerpersönlichkeiten, die *ihrer* Zeitung/Zeitschrift ihren ureigenen Stempel aufgedrückt haben. Und jeden Tag in ihrer Redaktion zu finden waren. Smarte Zeitungsleute.
    Dass heute vielerots Redaktionsbürokratie herrscht, war sicherlich nicht im Sinne der Gründer.

    Das Medium hat sich geändert. Das Tempo in dem News fließen. Sonst eigentlich nicht viel.

    smarte Grüße
    Alexandra
  • Liest sich für mich wie die typischen "Geld im Internet verdienen" Bauernfänger. Mit (echtem) Bloggen hat das alles wenig bis gar nichts zu tun.
  • Hi Sebastian,

    sorry, wenn dem so ist! ;)

    Das habe ich ja versucht im Artikel zu beschreiben, es gibt kein "echtes" Bloggen.
  • Hallo Vladi,

    soooo viele "VorSchreiber" hatte ich schon, die den Nagel auf den Kopf getroffen haben bzw. dem Affen die Bananen gegeben haben:)

    Deine Artikel sind immer treffSICHER, aber dieser ist wirklich phänomenal!

    Es ist einfach eine neue Zeit gekommen, und hier WIRD BLOGGEN ERFOLGREICH werden und durch solche Unternehmer, wie Dich Vladi wird dies auch die Welt schneller verstehen.

    HERZliche SMARTE Grüße von Elly & Christian
  • Bitte überprüfe deine Programmierung vom Benachrichtigungstool! Ich habe alle möglichen Kombinationen ausprobiert. Die Benachrichtigungseinstellung lässt sich einfach nicht löschen.

    Vielleicht machst du das bitte fix manuell?
  • Journalisten = Idealisten? Wie kommt dann der endlose Massenkonforme Textmüll in die auflagenstärksten Medien. Doch wohl eher aus unternehmerischen Motiven.
  • Hey,

    ich weiß, was du meinst. Aber vom Grundsatz bzw. von der Herangehensweise ist das schon so.
  • Hallo Vladimir,
    für einen "jungen Grünschnabel" ein wahrlich glorreicher Artikel. WOW! Ganz großes Kino. Nicht nur inhaltlich interessant, sondern auch noch lehrreich und locker zu lesen. Und ein bisschen kontrovers ist doch das Salz in der Suppe.
    Oder glaubst Du, alle Welt würde nur drauf warten, dass einer seinen blog "smart" nennt, nett und lieb ist und 08/15-Texte schreibt? Nee, wir wollen mitdenken, lästern, lachen, verständnislos den Kopfschütteln oder schlicht begeistert sein.
    Und das machst Du mit Deinem Leser. Und bringst damit viel Spannung in die deutsche Bloggerszene. Bleib also bloß bei Deiner Überzeugung und Deinem Stil.

    Und wenn mir ein Artikel mal nicht passt - aus die Maus:-)).

    Viele Grüße
    Angelika
  • Hi Angelika,

    haha, besten Dank!

    Genau, wir wollen Emotionen! Mach ich!
  • Ich finde, es muss ein neuer Begriff erfunden werden, den Du an Stelle des "smarten Bloggers" verwenden kannst. Und mit diesem neuen Begriff könntest Du in Wikipedia Einzug halten. Die Zeit ist einfach reif für eine neue Wortschöpfung.

    Warum ich denke, dass ein neuer Begriff gefunden werden muss?

    Meiner Ansicht nach sind auch viele Hobbyblogger und noch mehr 'journalistische Blogger' sehr smart. Viele davon somd sogar viel smarter, als so mancher 'Blogger mit Gewinnerzielungsabsicht'.

    Da muss sich doch eine Abgrenzung finden lassen. Meinst Du nicht? ;-)
  • Hi Eddy,

    ich habe auch lange danach gesucht. Den besten den ich gefunden habe war eben das "smarte Bloggen". Aber wenn dir etwas einfällt, sag Bescheid!
  • Hallo Vladi,

    treffend beschrieben. Theoretisch kann ich Deinen Gegensatz absolut nachvollziehen und ist er auch richtig. Praktisch aber sicher zu relativieren:

    Sind den Journalisten wirklich so unabhängig? Wollen Sie nicht verkaufen? Auflage? Einnahmen? Leben davon? Gefallen? (Die dunkle Seite der journalistischen Macht lasse ich mal gleich ganz außen vor, sonst würde die Liste deutlich länger und negativer!)

    Die Journalisten, zu denen Du abgrenzt, sind glaube ich eine (leider) eher selten gewordene Spezies, die seit Bob Woodward und Carl Bernstein (die jedenfalls viel zur Aufdeckung von Watergate beigetragen haben), nicht unbedingt mehr geworden (aber zum Glück natürlich nicht ausgestorben) sind.

    Aber auch von Blogger-Seite betrachtet, ist smartes Bloggen doch kein Ausschlusskriterium für gute (auch journalistische) Tete. Ein smarter Blogger, der seinen "Tribe" zu Ernährung oder Selbständigkeit berät kann dies u.U. genauso gut und unabhängig wie ein Journalist, der über Ernährung oder das Unternehmertum berichten.

    Viele Grüße

    Ronald
  • Hi Ronald,

    vielen Dank! Ich verstehe, was du meinst. Natürlich hat auch jeder Journalist langfristig ein unternehmerisches Ziel. Aber kurzfristig nicht unbedingt, kurzfristig sind sie doch Idealisten.

    Ich betrachte es auch nicht unbedingt als Ausschlusskriterium, aber die Herangehensweise ist komplett anders. Und wie weit sich dann das Produkt noch ähnelt, kann ich nicht sagen.
  • Hi Vladi,

    toller Artikel ! Ich denke wir müssen gar nicht so sehr auf die Differenzen schauen ;-)

    Es ist wie immer die Vielfalt, die das Leben und das Schreiben so bunt machen.

    Aus dem riesigen Buffet des Internet-Angebotes kann sich der wehrte Leser doch das raus picken, was ihm "schmeckt" und ich denke, das geschieht ganz automatisch.

    Jeder ernsthafte Blogger, aber auch der sachlich orientierte Journalist werden ihre Leser finden. So hat jeder seinen "Tribe", wie du zu sagen pflegst.

    Man braucht eben etwas Geduld. Habe erst vor ein paar Tagen gelauncht, aber die Fan-Gemeinde wächst.

    Ich versuche hochwertige Inhalte, gepaart mit Bildern und sonstigen "Erlebnissen" zu kombinieren, aber eben auch klar mit Gewinnabsichten. Da ist für mich nichts Verwerfliches dran, ganz im Gegenteil. Wenn Du für Inhalte bezahlt werden möchtest, müssen sie auch ihr Geld wert sein ;-)

    Aber auch ein gewisser Fun-Faktor und Spaß dürfen nicht fehlen. Der Besuch der Seite muss ein "Erlebnis" sein, am Besten mit Sucht-Charakter ;-) So werden deine Leser immer wiederkommen wollen...

    Vielen Dank für Deine Arbeit !

    Herzlichst
    George
  • Hi George,

    besten Dank! Aus Sicht der Leser muss man nicht differenzieren, das denke ich auch. Aber aus Sicht des Produzenten schon.

    Ganz genau! Am besten sind informative Inhalte, die unterhalten.
  • Hallo Vladislav,

    uff, den Kommentar in der c't kannte ich noch garnicht. Das ist ja wirklich ein hartes Stück Brot.

    Ich sehe das recht emotionslos. Ein "smarter" Blog ist ein Werzeug des Onlinemarketings. Nicht mehr und nicht weniger.

    Und Onlinemarketing kann man ethisch betreiben indem man Mehrwert erschafft, für den man irgendwann hoffentlich bezahlt wird oder unethisch in dem man Leute veräppelt und falsche Hoffnungen erzeugt (z.B. Wie du ein Date mit Kim Kardashian trotz Mundgeruch bekommst).

    Nur die Sache mit der laschen Handhabung der Quellenangaben empfinde ich anders. Sicherlich liegt das aber an mir. Hin und wieder lese ich einen Blogartikel und denke "ah ja das Buch habe ich auch gelesen". Dann habe ich das Gefühl,
    dass mir alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird und das erzeugt nicht gerade Vertrauen.

    Aber ich akzeptiere wenn man in diesem Punkt anders denkt. Bei einem Stammtisch-Gespräch verzichte ich ja auch auf Quellenangaben.

    Viele Grüße
    Kim
  • Hi Kim,

    haha, ja! ;)

    Kann man so sehen, ja. Wichtig ist, wie du es schon sagt, die Ehrlichkeit.

    Die Stammtisch-Metapher gefällt mir, die sagt es eigentlich aus. Aber ich empfehle auch jedem, immer Quellen zu benutzen. Aber rein theoretisch könnte man auch ohne.
  • Super Artikel, Vladi. Ich stimme weitestgehend zu. Denn Satz aus dem WIRED Magazin kannte ich noch nicht, aber finde ihn super. "Blogs sind Software, die Textern erlaubt zu kommunizieren – sie kommt nicht mit eingebauten Werten, Erwartungen oder Traditionen." Einen Blogartikel zu schreiben macht einen nicht zum Journalisten, von daher kann man auch nicht zwangsläufig journalistisches Handeln verlangen. Sonst wäre ja jeglicher Content in Textform automatisch Journalismus. Dann sind ja die Texter in den Werbeagenturen auch Journalisten. Au weia.

    Wenn ein Blog den Anspruch erhebt, unabhängig zu informieren, DANN ja dann sollte auch journalistisches Verhalten erwartet werden (können). Bei einem Corporate Blog macht ja auch keiner einen Eiertanz, dass letztendlich der Verkauf eines Produktes angestrebt wird.

    Ein "smarter Blogger" nach der Affenblog-Terminologie ist somit ggf. ein Solopreneur-Blog und mitunter dem Corporate Blog näher als dem journalistischen Blog mit Anspruch auf Unabhängigkeit.
  • Hi Tim,

    danke dir! Fand den auch super, der beschriebt wunderbar, was Blogs ausmacht, nämlich Technik.

    Genau!
  • Hey Vladi,

    starker Artikel, gefällt mir. Was den Trend angeht stimme ich dir auf jeden Fall zu.

    Gleichzeitig geht es wie du so schön gesagt hast wirklich darum mit dem Blogging-Hammer sinnvolle Dinge zu "bauen" und nicht einfach nur "Bullshit" zu verkaufen. Ich habe das Gefühl, dass diese Art Blogger oder "Marketer" der Internetgemeinde und dem Tribe smarter Blogger keinen Gefallen tun, wenn sie heiße Luft verkaufen und Leuten versprechen 34.567,97 € in 3 Sekunden verdienen zu können. Ich hab mal hier was dazu geschrieben ;) ( https://medium.com/@the_benpaul/wie-ich-37-345-73-in-nur-7-sekunden-im-internet-verdient-habe-e0cdee676a9 ).

    So - was waren meine 5 Cent zum Thema.

    Weitermachen.

    Ben
  • Hey Ben,

    besten Dank!

    Oh ja, das ist immer die Voraussetzung. Niemand kauft gerne Bullshit! :D
  • Hi Vladi,

    ich finde es toll, dass Du Dich an diese Abgrenzung von uns Bloggern "der neuen Generation" von den klassischen Journalisten gewagt hast.

    Dabei ist ein guter Artikel entstanden, der sich schon fast als Manifest für eine neue Generation von Bloggern lesen lässt. ;)

    Trotzdem darf man sich ja auch jederzeit dafür entscheiden, den klassischen Weg zu gehen. Gute Journalisten wird die Welt immer brauchen. Genauso ist das mit guten, unabhängigen Journalistischen Blogs. Hut ab für alle, die das durchziehen und damit erfolgreich sind. Das ist ja sicherlich auch eine Art seiner Leidenschaft zu folgen. :)

    Viele Grüße
    Jahn
  • Hi Jahn,

    musste mal gesagt werden, oder? :)
  • Heizdecken?
    Naja, viel Feind viel Ehr.

    Es gibt immer moralinsaure Puristen, die meinen, die reine Lehre mit Klauen und Zähnen verteidigen zu müssen.

    Ich bin ein Fan von „reinen Lehren“.
    Wer sich ihnen verschreibt, hält nicht nur teils sehr schöne und wertvolle Traditionen aufrecht, sondern ermöglicht es den Kollegen seiner Zunft, immer wieder aus der ursprünglichen Quelle zu schöpfen.

    Das Schönste an diesen Traditionen ist, dass daraus neue, moderne Formen entstehen und sich die Kultur auf ihrem Boden weiter entwickelt.
    Durch Synthese unterschiedlicher Traditionen mit einem ordentlichen Schuss persönlicher Kreativität entsteht überhaupt erst Kultur.

    Manches erweist sich später als Irrweg, wie in der biologischen Evolution. Es wird nicht weiter verfolgt und versandet.

    Anderes ist so stark und mächtig, dass daraus eine neue Tradition entsteht, weil es schön ist, oder nützlich, oder Beides.

    Darf ich ein Beispiel aus der Musik heranziehen?
    Astor Piazolla, argentinischer klassisch ausgebildeter Musiker (1921 bis 1992), durfte sich einige Jahre lang in seiner Heimat nicht auf die Straße trauen. Er wurde als Verräter geschmäht und aufs übelste beleidigt.
    Die Anfeindungen reichten bis zu Morddrohungen gegen ihn selbst und seine Familie.

    Was hatte er verbrochen, wen verraten?
    Er hatte sich am argentinischen Nationalheiligtum vergriffen!
    Er hatte es gewagt, den Traditionellen Tango mit Klassik und Jazz zu vermischen, sogar eine Priese Rock und Pop hinzuzufügen und seine ganz eigene, persönliche argentinische Musik zu erschaffen.

    Heute ist ein Flughafen in seiner Heimatstadt nach ihm benannt.
    Die weltweit renommiertesten Klassik Orchester und Jazz Ensembles zelebrieren seine Stücke.
    Piazolla ist Hochkultur.

    Unsere Schreib Kultur hat Poesie, Belletristik, Journalismus, Lexika, Streitschriften und Polemik, Werbetexte, PR Texte, …. herkömmliches Bloggen, und jetzt auch smartes Bloggen. - Fantastisch!

    Dein smartes Bloggen ist schön und nützlich.
    Die anderen Schreib-Genres sind auch eins von beiden, oder beides, oder sie versanden.

    Ich wünsche Dir von Herzen, und glaube daran, dass Du Mitbegründer einer neuen Tradition bist.

    Wenn die Moralinpuristen Dich beleidigen und angreifen, geschieht dies vermutlich aus Angst vor einem neuen, mächtigen, konkurrierenden Genre.

    Nimm´s als Kompliment!

    Viele musikalische Grüße aus Bad Driburg,
    Lita
  • Hi Lita,

    haha, ja, brauchst du eine? ;)

    Hätte ich nicht besser sagen können. Tolle Story. Danke!
  • Hallo Vladimir!

    Dein Artikel ist top!

    "Nicht alle teilen meine Philosophie des Bloggens.
    Ich bin halt der Underdog. Der junge Grünschnabel. Der Ketzer. Aber das ist okay."

    Dein Alter hat nichts damit zu tun.
    Du gibst dem Bloggen einen Sinn, der nicht mit dem "Reinen, Schönen, Guten" zu tun hat. Es ist eine pragmatische Sicht, die sich auf lange Sicht durchsetzen wird.

    Ich bekam schon mal in einer Marketingabteilung eines Unternehmens zu hören "Wir wollen hier eher journalistisch geprägtes Marketing machen."

    Warum auch immer, ist "gute Information" in Deutschland immer unkommerziell und Werbung "bäh".

    Dein Weg ist richtig und ehrlich.

    Grüße Nicole
  • Hi Nicole,

    danke dir!

    Naja, ich glaube ein bisschen schon. Aber schön gesagt, ein Pragmatiker, das passt zu mir.

    Frage ich mich auch :)
  • Lieber Vladislav,

    ein sehr interessanter Artikel. Ich würde aber gar nicht so hart zwischen "smarten Bloggern" und Journalisten trennen, denn auch bloggende Journalisten sollten heute meiner Meinung nach "smart" bloggen – sich also durchaus bewusst sein, dass es bei einem eigenen Medium (nichts anderes ist ein Blog) auch darum gehen sollte, ein paar Lousy Pennies zu verdienen.

    Deinen CeBIT-Auftritt habe ich leider verpasst, weil ich im Nebenraum war und dort auf der Bühne den (journalistischen) Bloggern zugeworfen habe, Bloggen als Business zu verstehen und sich des eigenen Wertes bewusst zu sein.

    Wichtig für Blogger mit journalistischem Anspruch ist es halt, sich trotz allen Monetariserungszwanges an journalistische Grundsätze zu halten. Wenn diese Grundsätze (z.B. Pressekodex, Schleichwerbe-Verbot...) einem egal sind, ist es natürlich leichter...

    Ich glaube aber fest daran, dass man mit viel Transparenz, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit seine Arbeit (und das ist das Bloggen, egal ob als Journalist oder "smartter Blogger") im Netz monetarisieren kann. Denn auch da hast Du Recht: Zum Schluss entscheidet allein der Leser, was und wer ihn begeistert.

    Herzliche Grüße

    Karsten
  • Hi Kartsten,

    danke für deine Feedback! Freue mich, dass wir auf einer Wellenlänge sind! ;)

    Ah, sehr cool! Deinen Talk habe ich mir auch angehört. Wenn uns das Thema so sehr liegt, sollten wir eigentlich mal etwas gemeinsam machen.
  • Hallo Vlad,

    super Artikel! Schade, dass es in Deutschland diese Abgrenzungen gibt. In den USA sind die Blogger viel weiter. Damit Geld zu verdienen ist auch nicht schlimm oder verwerflich - es ist lediglich eine sehr gute, intelligente Möglichkeit.

    Wer als Blogger dann noch Probleme löst, der ist Experte und macht so auch die Welt etwas besser. Und wenn alle das täten, hätten wir mehr Präsenz auch von kleinen Unternehmen, die mit Ihren Produkte gebraucht werden.

    Wer die großen Marketingbudgets von Großkonzernen nicht hat, findet über das Bloggen zumindest eine Chance auf Beachtung und vermehrten Umsatz!

    Viele Grüße,
    Simone
  • Liebe Simone,
    Es liegt zum großen Teil daran, dass wir Deutschen uns selbst Steine in den Weg legen. Allein durch die scharfen Datenschutzbestimmungen und die Urheberrechte werden viele Blogger ausgebremst. Und es gibt leider viele Neider untereinander, anstatt voneinander zu lernen und zu profitieren. Keiner gönnt dem anderen die Butter auf dem Brot.
    LG Sabine
  • Hi Simone,

    danke dir! Oha ja, das ist ja die Aufgabe des affenblogs - das Thema hierzulande näher zu bringen!

    Kann ich so unterschreiben!
  • Lieber Vladi,
    ich finde Deine Arbeit auch inspirierend und klasse, sowohl wie Du das Bloggen selber betreibst und auch vermittelst.
    Du verträgst ja einiges, glaube ich, so lass mich doch auch mal ein bisschen "den Ketzer ketzern" und ein paar Gedanken ausdrücken:

    Eines der mit Abstand häufigsten gebrauchtesten Wörter in der Szene, in der es um Marketing geht, scheint mir "erfolgreich" zu sein. Meine Iris ist bei diesem Buchstaben durch Dauergebrauch schon fast erblindet. Alle sind natürlich erfolgreich. Wie sollte es auch anders sein? Doch was heißt das eigentlich? Für jeden sicher etwas anderes.
    Für den einen heißt es "Spaß und Freude", für den anderen "Ich habe 1000 Wörter unfallfrei schreiben können", für wieder einen anderen "Ich kann von meinem Blogbusiness leben", der nächste ist stolz, dass er an 40 Leute sein Newsletter verschicken kann.
    So gesehen, ist der Gebrauch des Wörtchens "erfolgreich" sehr sicher, man kann kaum falsch liegen, denn denen, auf die überhaupt nichts des eben aufgezählten zutrifft, schmeißen sicher schnell das Handtuch.

    Wenn man es mal auf den monetären Aspekt reduziert (der sicher nicht fürs Blogbusiness ausreicht!), würde mich interessieren, wer eigentlich vom "smarten Bloggen" ("erfolgreich" hier zart umgangen... ;) ) lebt bzw. leben kann? Sehe ich die "führenden Kräfte", so haben sie meistens (so man es denn überhaupt weiß) allesamt noch Zweitjobs, in denen sie "erfolgreich" sind: der eine Journalist, der andere Therapeut, der nächste.... (Mit Zweitjob ist natürlich gemeint, dass es nicht die "Hintergrunddienstleistung" für das Bloggen ist.)

    Ist das vielleicht auch mit "smart" gemeint:

    "Verlass Dich ja nicht auf das windige Bloggen, mach´ was Vernünftiges nebenbei, das Dir Sicherheit gibt, denn so smart kannst Du kaum sein, davon zu leben"
    ?

    (Ich wollte ja ketzerisch sein... ;) )

    Ich selbst beschäftige mich erst neuerdings mit dem Bloggen (danke für Deine Anregungen dabei, auch an Gordon und Walter!).
    Ich sehe es auch eher als Nebenbeschäftigung, um mich 1. selbst mit dem Schreiben anders meiner Arbeit als Rückführungstherapeut zu nähern und dabei das auszudrücken, was mir so darüber im Kopf herumschwirrt und mich und meine KlientInnen gerade beschäftigt. Und davon ausgehe, dass sich auch andere mit diesen (Lebens-)Fragen dann beschäftigen.
    Das bringt mich weiter und meine LeserInnen hoffentlich auch, weil nicht nur wichtige Information (die ich nicht irgendwo abgeschrieben habe, aber auch nicht unique sein muss: was ist schon wirklich "neu" auf dieser Welt ;) ) und etwas mehr Bewusstheit (hoffentlich) herüberkommt, sondern oft auch ein paar Tipps im Umgang mit problematischen Themen.

    Aber 2. möchte ich auch meine potentielle Klientenschaft erweitern, damit noch mehr Stabilität und Sicherheit in das Praxisgeschehen kommt. "Brauchen" würde ich das Bloggen sicher nicht lebensnotwendig.
    (Das nur kurz zu mir, ich möchte nicht ketzern und mich dabei dahinter verstecken... ;) )

    Was will ich damit sagen? Habt erst ein einigermaßen gut laufendes Business, dann könnt Ihr Euch das Bloggen leisten, um es abzupuffern? Haltet die Bälle flach, was den Gebrauch des Wortes "Erfolg" bedeutet, wenn Ihr selbst nicht davon leben könnt? Die Frage stellen, was unterscheidet die "smarteren" von den "smarten"? Und muss der Ratgebende überhaupt selbst mit seinen Ratschlägen "erfolgreich" sein? Und was haben diese Fragen von mir überhaupt mit Journalismus zu tun?
    Fragen über Fragen! :)
    Auf jeden Fall: Mach weiter so und dank´ Dir! Auch für die Mühe, das hier zu lesen! :)

    Liebe Grüße und weiter viel Erfolg! ;)
    Ulf
  • Ja genau. Das sind Fragen, die ich mir auch immer stelle.
  • Hi Ulf,

    vielen lieben Dank!

    Ich bin wie eine sanfte Blumen, haha! Ne, passt schon.

    Ja, erfolgreich heißt für jeden etwas anderes. Aber im Prinzip ist das, was wir alle hören wollen, deshalb sieht man es so oft.

    Ich kenne einige deutschsprachige Blogger (bestimmt so 5-10 Stück), die wirklich gute Umsätze im Monat erwirtschaften (bis fünfstellig im Monat) und gut davon Leben können, ich eingeschlossen.

    Die Mission des affenblogs ist es, das Thema weiter voranzutreiben, damit mehr Menschen davon profitieren und natürlich Leben können. Aber es ist grundsätzlich smart, so etwas nebenbei aufzubauen! ;)

    Ich würde es umgekehrt betrachten: ein erfolgreicher Blog macht erst ein erfolgreiches Blog Business aus.
  • Sehr interessant.
    Heute bloggt ja (fast) jeder. Man wächst mit seinen Aufgaben. Ich würde meinen Blog als typischen "Mischling" bezeichnen. Quasi Hobbyblogger mit (kleiner) Gewinnabsicht, da es sich hier nur um einfache Kooperationen handelt. Spätestens dann ist man aber raus aus der privaten Schiene. Vom Journalismus bin ich weit entfernt. Meine Leser wollen hauptsächlich Bilder sehen. Komischerweise werden die kleinen "Kolumnen" am meisten frequentiert. Ob die Texte gut sind, mag dahingestellt bleiben. Ich bin perönlich kein Fan von ellenlangen Texten und lese solche nur, wenn sie wirklich informativ sind. Wenn ich mich unterhalten will, muss es kurz und knackig sein. Was aber ganz wichtig ist: Man sollte von dem überzeugt sein, was man macht. Auch wenn es Rückschläge gibt.

    Ich werde mich hier auf jeden Fall weiter durchklicken. Mir gefällt die etwas schräge Denkweise. Das ist sehr innvoativ :-)

    LG Sabine - http://www.blingblingover50.de/" rel="nofollow">Bling Bling Over 50
  • Hallo Vladimir,

    danke für diesen Artikel.
    Ich befinde mich aktuell in diesem Umbruch - von der Hobbybloggerin zu einer smarten Bloggerin und bin da noch dabei, meine Rolle zu finden. Ein nicht so einfaches Unterfangen - aber ich will zur Zeit nichts mehr und sauge jede Information auf, die ich finden kann.

    Ich habe weder mich noch andere Blogger, die mich ansprechen, je als Journalisten gesehen. Für mich ist das Medium Blog seit jeher als etwas besonders. Das liegt ja schon an den Erwartungen. Von einem Journalisten erwarte ich Neutralität, dass er mich umfassend zu einem Thema informiert und ich mir am Ende meine eigene Meinung zu einem Thema bilden kann. Belese ich mich zu dem selben Thema auf einem Blog möchte ich auch zu dem Thema informiert werden, aber hinzukommt noch, dass ich an der Meinung des Bloggers interessiert bin. Während ich einen Artikel in einer Zeitung oder in einem Online- Magazin nicht mit einer Person in Zusammenhang bringe, lebt ein Blog sehr von dem Blogger - ich bin ein Stück weit an der Meinung und dem Urteil einer Person interessiert.

    Was natürlich ein großer Vorteil eines gelernten Journalisten ist ist die fundierte Ausbildung in Sachen Schreiben. Er hat seit Jahren einen Schreibstil entwickelt und geübt - etwas, was mir noch nicht immer leicht fällt, auch wenn ich mittlerweile eine genaue Vorstellung habe, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte. Aber ein Journalist hat vielleicht gelernt, sich zu Motivieren, eine bestimmte Stimmung zu vermitteln auch wenn ihm nicht gerade danach ist, ...

    Viele Grüße
    Janine
  • Hi Janine,

    keine Ursache!

    als "Hobbyblogger" haben wir doch eh alle angefangen! ;)

    Ich sehe Blogs auch als etwas Besonderes an. Die sind mit dem Internetmedium entstanden und haben einzigartige Funktionen.
  • Hi Vladi,

    die wenig wertschätzenden Fragen des Moderators habe ich live bei deinem Cebit-Vortrag mitbekommenden. Das waren Fragen unterhalb der Gürtellinie. Gut, dass ich keinen Vorschlaghammer dabei hatte, dann wäre ich nämlich aufgesprungen ...
    Ich kenne diese Grabengräbe zwischen Blogger und Journalisten auch. Beiden Seiten würde es gut tun, sich mit Respekt auf Augenhöhe zu begegnen. Hey, ist diese Schreibdiversity nicht toll: der Blogger darf mit Emotionen schreiben, der Journalist neutral?
    Und am Ende entscheidet der Leser, was er lesen will.
  • Hi Ulrike,

    ah ja, die Geschichte! ;)

    Schöne Sichtweise mit der Schreibdiversity, I like!
  • Geile Rede! Da steckt so viel Wertvolles drin, dass ich diese Seite gleich morgen früh nach dem Aufstehen nochmal lesen werde, um für den Tag ausgerichtet zu sein!
  • Ich arbeite als freier Journalist und ich arbeite als Blogger.

    Ich muss deshalb in meinem Kopf immer den Schalter umdrehen.

    Ok, jetzt ist Journalismus an der Reihe. Objektiv sein, sachlich, informativ.

    Später schalte ich um auf Blogger: Sei subjektiv, sei unterhaltsam, sei informativ, und: Habe das Business im Auge.

    Als Journalist denkt man nicht an Umsätze. Als Berufsblogger (smarter Blogger) schon ;)

    Als Journalist gibt man weiter, was passiert ist. Man ist ein Sprachrohr.

    Als Blogger gibt man sein eigenes Wissen weiter und ist bewusst persönlich.

    Deshalb hat Bloggen wirklich wenig mit Journalismus gemeinsam. Wobei es viele Journalisten gibt, die es auch geschafft haben umzudenken und erfolgreiche Blogs führen.

    Denn eins haben sie gemeinsam: Beide Gruppen müssen verdammt gut schreiben können ;)

    LG, Walter
  • Hi Walter,

    treffend formuliert. Ich stimme zu. Die hervorragende Schreibe ist bei beiden Gruppen das, was den Erfolg ausmacht.

    Aber: Ich denke als freier Journalist natürlich an den Umsatz. Wovon soll ich mir denn sonst meine warme Milch mit Honig leisten und mein Straßenpferd mit Sprit befüllen können? ;-)

    Gruß
    Michael
  • Hey Walter,

    ja, deshalb habe ich dich auch als perfektes Vorzeigebeispiel genommen, du fährst beide Schienen :)
  • Hi Vladimir,

    ich stimme deinem Beitrag uneingeschränkt zu.

    Allerdings kann ein journalistischer Background nicht schlecht sein, wenn man einen Blog startet. Da sich der Journalismus seit über 15 Jahren zerlegt und neue Formen und Geschäftsmodelle finden muss, ist man als freier Journalist besser Unternehmer als auf der Suche nach der reinen Wahrheit ;-)

    Ansonsten immer schöne Artikel bei dir, ich lese das gern und nehme Anregungen auf. Blogger sind längst aus der Hobbyschiene raus und oft ernstzunehmender als (angestellte) Journalisten.

    Gruß
    Michael
  • Hi Michael,

    danke dir!

    Da sage ich auch nichts gegen. Journalisten bringen sicherlich die besten Voraussetzungen mit. Haha, genau so sehe ich das auch! ;)
  • Hey Vladi,

    schöner Beitrag. Ich sehe viele Parallelen zwischen Journalisten und smarten Bloggern aber die Herangehensweise ist grundsätzlich verschieden.
    Mich würde mal interessieren, ob du hier bereits einen Gastartikel von einem (ehemaligen) Journalisten veröffentlicht hast. Könnte ja sein.
    Gruß,

    Claudius
  • Hi Claudius,

    schwierig, oder? Welche Parallelen siehst du genau? Mir fällt da nur hochwertiger Inhalt ein, aber selbst dieser ist anders. Aber das Wichtigste ist die Herangehensweise, darum ging's mir. Die ist komplett anders.

    Unseren Walter ist noch viel als Journalist tätig :)
  • Großartiger Artikel!

    "Ich kann mit einem Hammer eine Veranda bauen. Oder jemanden den Kopf einschlagen."
    Hoffen wir doch mal dass es nicht dazu kommt ;)

    Grundsätzlich finde ich, dass es um das Thema Blog, ein radikales Umdenken stattfinden muss.

    Es gibt immer noch so viele Menschen, die meinen ein Blog ist ein Hobbymedium. Und daher werden wir auch von vielen Journalisten nicht akzeptiert.

    Die allgemeine Meinung schiebt uns in eine Schublade. Vollkommen zu Unrecht. Und ja Vladi, unsere Mission muss es sein hier das Umdenken voranzutreiben.

    Ein Blog ist ein Werkzeug und kein ethisches Medium. Besser konnte man es nicht ausdrücken.
  • Hi Vladimir,

    besten Dank!

    Haha, hoffentlich nicht. Aber ich wäre dazu bereit! :D

    Jep, so denke ich auch, sofern man eine Gewinnabsicht hat. Das ist auch gerade der springende Punkt, der mich stört, Bloggen ist heute ein ernst zu nehmendes Geschäftsmodell.

Was denkst du?