7 einfache Tricks, um großartige Überschriften zu schreiben

Von Vladislav Melnik 41

Viele deiner Leser haben hunderte von Überschriften gescannt, noch bevor sie ihre erste Tasse Kaffee getrunken haben.

Dabei sind sie knallhart. Sie scannen rigoros alle Artikel in ihrem RSS Feed oder in ihrer Social Media Timeline.

Wenn deine Überschrift hier schwächelt, dann hast du deine Chance verspielt.

Deine Überschrift muss herausstechen. Sie muss ein Versprechen abgeben. Sie muss überzeugen.

Manchmal kommt mir die perfekte Überschrift einfach so.

Manchmal brauche ich aber mehr als eine Stunde. Eine gute Überschrift braucht eben seine Zeit.

Um dir hier ein wenig unter die Arme zu greifen, habe ich hier sieben konkrete Tipps für dich, die du sofort beim nächsten Schreiben anwenden kannst.

Los geht’s.

1. Benutze spezifische Zahlen

Nichts ist so uninteressant wie vage Statements.

Spezifische Fakten auf der anderen Seite interessieren uns Menschen sehr! Sie wecken die Aufmerksamkeit deines Lesers.

Deshalb benutzen Werbetexter schon seit knapp 100 Jahren Zahlen in ihren Überschriften und Werbetexten.

Spezifische Zahlen funktionieren.

Wenn du eine Zahl in deiner Überschrift verwendest, dann läuft das fast immer auf einen List Post hinaus.

Hier hat dein Leser dann noch den Vorteil, dass er genau weiß, was ihn erwartet. Du versprichst ihm ein leichtes, schnelles und scannerfreundliches Leseerlebnis.

Und auch diese Studie belegt, dass Zahlen am besten funktionieren.

Beispiel:

  • List Post: 51 legendäre Überschrift-Vorlagen, die funktionieren
  • Frage: Machst du diese 10 Fehler mit deinem Blog?

2. Benutze interessante Adjektive

Interessante Adjektive machen deine Überschrift erst so wirklich spannend und verlockend.

Hier sind 13 häufig verwendete und erprobte Adjektive:

  • schnell
  • einfach
  • kostenlos
  • großartig
  • wichtig
  • unglaublich
  • erstaunlich
  • mühelos
  • mühsam
  • lustig
  • merkwürdig
  • smart
  • schockierend

Achte darauf, dass du jede Überschrift mit ein paar interessanten Adjektiven würzt. Das sind schnelle Wege, um sie attraktiver zu machen.

Beispiel:

  • Gut: Wie du schnell und einfach einen smarten Blog startest
  • Schlecht: Wie du einen Blog startest

3. Benutze interessante Begriffe

Du solltest aber nicht nur interessante Adjektive benutzen, sondern auch interessante Begriffe verwenden.

Hier sind 11 häufig verwendete und erprobte Begriffe:

  • Gründe
  • Prinzipien
  • Fakten
  • Lektionen
  • Ideen
  • Wege
  • Geheimnisse
  • Tricks
  • Tipps
  • Techniken
  • Strategien

Diese machen deine Überschrift noch spezifischer und damit noch aufmerksamkeitsstärker.

Sprichst du über Lektionen, die du gelernt hast? Wege, die dein Leser gehen kann? Oder einfach nur Tipps, die ihm weiterhelfen? Sei immer so genau wie möglich.

Beispiel:

  • Gut: 6 Wege, um erfolgreich zu Bloggen
  • Schlecht: Erfolgreich Bloggen

4. Benutze die 4 W’s

Jeder gute Journalist kennt die W-Fragen. Als smarter Blogger kannst du dir hier einige zu eigenen machen und sie auf deine Überschriften projizieren.

Diese 4 W’s sind:

  • Was?
  • Warum?
  • Wie?
  • Wann?

Das sind perfekte Wörter, um deine Überschrift zu starten. Sie enthalten ein indirektes Versprechen für deinen Leser und überzeugen ihn automatisch zum Weiterlesen.

Beispiel:

  • Was: Was ist smartes Bloggen?
  • Warum: Warum ist smartes Bloggen so wichtig?
  • Wie: Wie wirst du zum smarten Blogger?
  • Wann: Wann wird man ein smarter Blogger?

5. Sprich deinen Leser direkt an

Diesen Fehler sehe ich überall. Nicht nur bei Bloggern, sondern bei jedem, der in Social Media unterwegs ist.

Eins muss dir klar werden:

Wenn jemand deinen Blogartikel liest oder deinen Podcast hört, dann ist er alleine.

Es ist eine direkte Kommunikation mit deinem Leser. Und nicht mit einer großen Masse von Menschen!

Seth Godin sagte 1997 bereits, dass das Internet das großartigste Direktmarketing-Medium ist. Und damit hat er so was von recht. Du kommunizierst direkt mit deinem Leser. Nur mit ihm.

Benutze deshalb Wörter wie „Du“ oder „Sie“.

Schaue mal allein in diesem Artikel. Wie oft kommt das Wörtchen „Du“ vor? Denn gerade als ich das hier schreibe, habe ich ein Bild meines perfekten Kunden vor mir. Und ich schreibe diesen Text nur für ihn.

Beispiel:

  • Gut: Wie du eine gute Überschrift schreibst
  • Schlecht: Wie man gute Überschriften schreibt

6. Sei widersprüchlich

Widersprüchlichkeit erzeugt Neugierde. Und Neugierde erzeugt Aufmerksamkeit.

Deshalb ist es immer effektiv, wenn du widersprüchliche Elemente in deine Überschrift einbaust.

Ein gutes Beispiel ist die Headline dieses Blogartikels: Es sind einfache Tricks, um großartige Überschriften zu schreiben. Es hat ausgereicht, um deine Neugierde zu wecken! 😉

Aber da geht noch mehr. Diese Überschrift ist nur leicht kontrovers. Schaue dir mal folgende Beispiele an. Dann wird’s noch klarer.

Beispiel:

  • Gut: Wie ich mit diesem dummen Fehler eine Million verdient habe
  • Schlecht: Wie ich eine Million verdient habe

7. Mache ein gewagtes Versprechen

Deine Überschrift ist ein Versprechen. Mehr nicht.

Du verkaufst immer etwas. In diesem Fall verkaufst du dem potenziellen Leser das Lesen.

Er muss etwas davon haben.

Achte deshalb darauf, dass deine Überschrift deinem Leser immer etwas verspricht. Wenn das der Fall ist, dann kommunizierst du automatisch einen Nutzen.

Sei also mutig, aber übertreibe nicht. Ein Super-Duper-Mega-Hype-Versprechen kann ganz schnell nach hinten los gehen.

Du musst mit deinem eigentlichen Text immer liefern!

Verspreche deinem Leser einfach, dass du ihm etwas beibringst.

Vielleicht eine neue Fähigkeit? Was wird er einfacher, schneller oder besser machen? Vielleicht ein paar Tricks, um großartige Überschriften zu schreiben? 😉

Beispiel:

  • Gut: Wie du 5 Kilo verlierst
  • Schlecht: Über Fitness

Benutze diese 2 einfachen Formeln

Aus fast allen der sieben Punkte können wir zwei wunderbare Formeln basteln:

Nummer + Adjektiv + Begriff + Keyword + Versprechen

Ein Beispiel könnte so aussehen: 3 einfache Wege, um erfolgreich zu Bloggen.

Die andere Formel sieht ein bisschen anders aus:

W-Wort + Adjektiv + Keyword + Versprechen

Hier würde ein Beispiel dann so aussehen: Warum deine Mails schlechte Öffnungsraten haben (und was du dagegen tun kannst).

Eigentlich super easy, oder?

Fazit

Mit diesen sieben simplen Tricks sticht deine Überschrift aus der grauen Masse heraus.

Benutze also spezifische Zahlen, interessante Adjektive und interessante Begriffe. Behalte die vier 4 W’s (Was, Warum, Wie, Wann) im Hinterkopf. Sprich deinen Leser immer direkt an und mache ein gewagtes Versprechen. Und, wenn’s passt, dann baue widersprüchliche Elemente mit ein.

Dann werden deine rigorosen Leser beim Scannen in ihrem RSS Feed oder in ihrer Social Media Timeline deiner Überschrift mehr Beachtung schenken.

Und du bekommst einen neuen Leser. Und vielleicht einen neuen Fan.

Dein Leser möchte nicht ausgetrickst werden, etwas Langweiliges zu lesen. Ziehe ihn deshalb mit Spannung in den eigentlichen Text.

Und liefere mehr, als du verlangt hast.

Chimpify Keynote

13. Dezember 2016    10:00 Uhr
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41 Kommentare

  • Hi Vladi,

    wow vielen Dank für den Artikel!
    Die Regeln sind wirklich kurz, prägnant, nachvollzieh- und anwendbar! Ich sehe mich selbst schon viel bessere Artikeltitel schreiben! :D
    Hab sie mir direkt zusammengefasst und als Erinnerung an die Wand gehängt, um mich immer dran zu erinnern. Der Titel ist so wichtig, das vergessen viele!

    VG
    Jahn
  • Hi Jahn,

    keine Ursache! ;) Haha, cool, freut mich!
  • Hallo Vladi,
    danke für diesen tollen Tipp mit den Überschriften!
    Mir gefällt hier diese Aufarbeitung von funktionierenden Überschriften zu einer einfachen Formel sehr - und ich werde bei meinen weiteren Blog Artikeln darauf achten, dass die Überschriften nun noch besser werden.

    Gibt es einen bestimmten Prozess wie man testet, welche Überschrift besser funktioniert?

    Viele Grüße,
    Simone
  • Hallo Simone,

    keine Ursache! So Formeln sind immer nett - schnell und einfach - das mögen wir Menschen! :)

    Da gibt es verschiedene Split Test Tools und Plugins. Aber auch ein gutes Bauchgefühl ist eine gute Wahl!
  • Ich habe schon viele deiner Überschriften-Artikel gelesen. Dieser hier gefällt mir besonders. Einfach und übersichtlich und schnell anwendbar, wenn ich mit Überschrift schreiben loslegen will. Danke dafür!
    Lg Petra
  • Hallo Vladislav

    Herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel. Der Text beinhaltete diverse nützliche Aspekte für mich.

    Grüsse
  • Hey Vladi, das sind mal wieder klasse Tipps mit echtem Mehrwert. Vielen Dank, dass Du in jeden Blog Post so viel Energie und Infos steckst. Alles Liebe! Sandra
  • Hi Sandra,

    danke dir! So bin ich eben! ;)
  • Ich glaube gerne, dass dies funktioniert, gibt ja genug Beweise... aber irgendwie mag ich solche reißerischen Überschriften nicht, mich nervt das langsam, dass alle jetzt in diesem Stil schreiben.
    Wie gesagt, ich weiß dass es funktioniert, tue mich aber schwer, das auf meiner eigenen Seite anzuwenden, einfach weil es nicht mein Stil ist. Hmm...
  • @Mandy:

    Ich kann Dich sehr gut verstehen! Und ich mag es für mich auch nicht. Doch leider ist genau das, was die Massenpsychologie oder die evolutionäre Psychologie sagt. Und letztlich willst Du, genauso wie ich auch, dass sich uns so viele Leser und Interessenten wie möglich zuwenden!

    Es ist wie bei der Bildzeitung oder bei anderen aufreißerischen oder sexistischen Themen. Die meisten Menschen denken halt so!

    Man kann es sogar mit sich selbst testen, dass wir alle ursprünglich ähnlich ticken, auch wenn man anders drauf ist. Ich habe schon mal häufiger z.B. die Homepage von T-online oder von anderen angesagten Online-Magazinen überflogen, um zu sehen, was mir als erstes auffällt. Ganz ursprünglich sind wir ja alle tatsächlich sehr ähnlich gestrickt, haben ähnliche Sehnsüchte und ähnliche Ängste, evolutionär bedingt.

    Best,

    Antonio
  • Hi Mandy,

    ich verstehe, was du meinst. Aber wie vorhin schon gesagt, es geht darum, was deinem Publikum gefällt. Und, heute hast du gar keine andere Wahl. Ohne verlockende Überschriften wirst du in der lauten Welt nicht gehört.
  • Hallo Vladislav

    Vielen Dank für deinen Artikel. Ich beschäftige mich ja dank deinen Inputs schon eine Weile mit Überschriften und finde es echt nicht leicht. Gerade eben war ich mal wieder dabei eine Überschrift für meinen nächsten Artikel zu schreiben.

    Als Ablenkung habe ich deinen Newsletter gelesen - siehe da, das perfekte Thema.

    Nun mache ich mich wieder an meine Überschrift - danke dir.
  • Hallo Sandra,

    ja, die Meister haben auch Ewigkeiten gebraucht, um diese Fähigkeit zu perfektionieren.

    Dann hat das ja perfekt gepasst!
  • Hallo Vladislav,
    wieder ein gelungener und hilfreicher Blogartikel. Wie fast jeden Montag. danke dafür.
    Dagmar
  • Hi,

    ich muss gestehen, dass ich mir den Beitrag noch nicht durchgelesen habe.

    Eigentlich wollte ich dich nur darauf aufmerksam machen, dass dein Beitrag bei Feedly ohne Bild angezeigt wird.

    Vielleicht ist das ja auch so gewollt?

    Screenshot: http://prntscr.com/5ucjqa


    Gruß,
    Dirk
  • Hi Dirk,

    das ist letzter Zeit ein bisschen buggy. Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Habe ich aber aufm Schirm, danke!
  • Hallo Vladi,

    ich bin kurz vor dem Launch meines Vlogs. Natürlich werden auch Blogs dort veröffentlicht.
    Dieser Artikel hat mir spannende Einblicke in die Macht der Überschriften gegeben.
    Bin auf die Wirkung gespannt.

    Viele Grüße
    Sebastian
  • Hey wieder mal ein guter Tipp. Ähnliches hattest du ja schon mal geschrieben und ich habe es mal ein wenig überspitzt,meine Überschrift hieß "Warum Bremer Rap viral für'n AR*** ist!" mit der meistgelesene Artikel auf meinen Blog. Das provozierende und das warum sind auch eine starke Kombination. Ich glaube, hätte ich deine Tipps nie gelesen, hätte ich das nie probiert ein Problem so anzusprechen und der Artikel wäre wohl auch nicht so gut rum gegangen. Danke.
  • Hi Vladi,
    Gratuliere! Wie so häufig, hast Du es super auf den Punkt gebracht. Vielen herzlichen Dank für Deinen tollen Artikel. Diese sieben Punkte könnte man sich ausdrucken und neben den Bildsschirm aufhängen, vor allem diesen Satz aus Deinem Fazit:

    "Benutze also spezifische Zahlen, interessante Adjektive und interessante Begriffe. Behalte die vier 4 W’s (Was, Warum, Wie, Wann) im Hinterkopf. Sprich deinen Leser immer direkt an und mache ein gewagtes Versprechen. Und, wenn’s passt, dann baue widersprüchliche Elemente mit ein."

    Beste Grüße aus Berlin

    Antonio
  • Hi Antonio,

    danke dir! Kannst du gerne machen! ;)
  • Lieber Vladislav,

    seit einer Weile lese ich immer wieder mal deinen Blog und bin jedes Mal begeistert wieviel ich davon mitnehme. Vielen Dank!

    Jetzt müsste ich nur noch zum schrieben kommen. :D

    Lg,
    Ernst
  • Hi Ernst,

    keine Ursache! So was ist immer Musik für meine Ohren! :)
  • Hey Vladi,

    coole Tricks. Die sollte man sich bei jeder Überschrift nochmal durch den Kopf gehen lassen.

    Vorallem "Wie ich mit diesem dummen Fehler eine Million verdient habe" würde meine Interesse wecken! :D

    Viele Grüße,
    Alex von akleineb.de
  • Ja, stimmt! Die Überschrift “Wie ich mit diesem dummen Fehler eine Million verdient habe” würde auch mein Interesse wecken.

    Eigentlich total unlogisch, weil ich ja keinen Fehler machen will. Ein Hoch auf die Psychologie ;-)


    Gruß,
    Dirk
  • Hi Alex,

    ganz genau! Ja, so stark kontroverse Headlines rocken. Kann man immer wieder einbauen, wenn's passt.
  • Grüß dich Vladi,

    mal wieder ein hervorragender Artikel! Ich finde deine zweite Formel besser als die mit Zahlen. Es gibt bereits viel zu viele Überschriften mit Zahlenwerten. Für mich persönlich schwindet der Reiz an diesen Überschriften.

    Oft verbirgt sich dahinter wenig Mehrwert. Deine lese ich definitiv immer, die haben auch immer den nötigen Mehrwert! :)

    Besten Gruß
  • Moin Sebastian,

    vielen Dank! Hier würde ich vorsichtig sein: Es geht immer darum, was dein Publikum bevorzugt. Und nicht du :)

    Aber das stimmt. Egal welche Headline, man muss auch liefern. Wenn nicht, dann hat man langfristig keine Chance.
  • Hallo Sebastian,

    ich glaube, dass unser Verstand uns sagt, dass solche Überschriften nerven. Unser Intellekt will dank "heftig.co" usw nichts davon wissen.

    Aber unser Gefühl bzw. Unterbewusstsein findet sie trotzdem extrem spannend und möchte mehr erfahren, wenn sie uns ins Auge springen.

    Zumindest geht es mir so. Und an meinen Leserzahlen kann ich das auch sehen ;-)

    Viele Grüße,
    Julia

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